helmi123 hat geschrieben:

ja Andreas deswegen auch "eine schärfere Nocke" und da dreht sich das verhältniss Einlass/ Auslass

Will man mit einer "scharfen Nockenwelle" den Ladungswechsel verbessern, dann bringt nur dann was, wenn im Serienmotor aus wirtschaftlichen oder produktionstechnischen Gründen Kompromisse (URAL, Chinesiche R75 Replik, ...) eingegangen wurden.
Eine Nockenwelle mit anderen Steuerzeiten bringt entweder gar nichts, oder verlagert die Charackteristik entweder in Richtung theoretisch erhöhte Enddrehzahl oder in Richtung mehr Drehmoment im mittleren Bereich. Mehr Drehzahl im mittleren Bereich und erhöhte Leistung durch erhöhte Drehzahl zusammen geht nicht.
Im Rennmotor kann man mit speziellen Nockenwellen (erhöhte Ventilbeschleunigun, lange Steuerzeiten, großer Ventilhub und große Überschneidung) und andern davon abhängigen Änderungen (Kolben, Ventilfedern, Ventile) sicherlich erhebliche Leistungssteigerungen erzielen. Aber das ist dann ein Rennmotor, der bei jeder Abgasuntersuchung durchfällt.
Etwas zur "Resonanz": Sicherlich besitzt das einströmende Gas eine erhebliche Menge an kinetischer Energie. Daher schliesst der Einlass auch nicht im unteren Totpunkt des Zylinders, sondern erst später in der Aufwärtsbewegung. Aber irgendwann ist diese Energie auch aufgebraucht und dann schliesst das Einlassventil. Dieser Moment ist Abhängig von der Mass an Gas und der Drehzahl. Wenn man also größere Steuerzeiten vorsieht und den Einlass länger offen lässt (damit mehr Gas einströmen kann) ohne den Querschnitt des Einlasskanals zu vergrößern, dann hat man zwar im oberen Drehzahlbereich mehr Füllung, verliert aber im mittleren Bereich mehr als man oben gewinnt.
Will man die Füllung durch schnellere Ventilbewegungen (ohne Änderung der Steuerzeiten) verbessern, dann muss man die Federn ändern und besser auch die Ventile erleichtern.
Solange die Nockenwellengeometrie konstant ist und sich nicht drehzahlabhängig ändert (oder drehzahlabhängig verschiebt) beschränkt sich der Aufwand, den man treiben muss um merklich etwas zu verbessern, auf mehr als eine Komponente.
Mehr Leistung gibt es nur, wenn man die Füllung der Zylinder erhöht. Das ist auf jeden Fall mit mechanischem Aufwand verbunden - und das an mehr als einer Stelle im System. Auch das elektronische Anfetten des Gemischs bringt nichts, wenn man nicht gleichzeitig zur erhöhten Menge an Sprit auch den zur Verbrennung dieser Menge Kraftstoff notwendigen Sauerstoff liefert.
Der angesprochene "Drall" des einströmenden Gases ist gewollt, um die Kraftstofftröpfchen gleichmässig in der Ansaugluft zu verteilen. Diese Rotation des Gases kostet aber einen Teil der kinetischen Energie, mit der das Gas in den Zylinder strömt.