Während 4 Monaten habe ich mich intensiv mit dem Thema Motorrad auseinander gesetzt und die LT als mein 1. Motorrad evaluiert. Meine BMW K1200LT wurde in der 3. Woche im April 1999 in Berlin zusammengebaut und im Juni 1999 von ihrem 1. Besitzer in der Schweiz eingelöst. Im Februar 2006 erwarb ich sie mit knapp 16'000 km beim Händler des Erstbesitzers. Mittlerweile habe ich in den letzten 4 Jahren über 36'000 km auf ihr zurückgelegt.
Diese Aufnahme entstand auf dem Lukmanierpass, als ich mir eine Woche Motorradurlaub gönnte, 2 Monate bevor ich meinen A Führerschein erwarb. Keine Angst, in der Schweiz läuft die Ausbildung etwas anders, mit dem sogenannten Löli (Lernführerschein) sind Fahrten in der Schweiz erlaubt, denn wie soll man sonst lernen Motorrad zu fahren?!
Vor 3 Wochen auf der Ibergeregg (1'406 müM) entstand dieses Foto. Man glaubt es kaum, dass zwischen den beiden LT's viele Produktionsjahre liegen! Aber bei einem guten Töff (Schweizer Bezeichnung für Motorrad) muss halt über die lange Produktionszeit nicht viel geändert werden.
Gut geschützt vom Fahrtwind, ist es ein Vergnügen längere Strecken auf der Autobahn zurückzulegen, zumal der Tempomat die Gashand enorm entlastet.
Das Unterhaltungsangebot meiner LT ist äusserst vielseitig, die Musik kommt ab iPod und die Baehr Anlage beschallt meine Ohrmuscheln über die Helmlautsprecher. In die Baehranlage eingebunden ist die Intercom (Gegensprechanlage mit Sozia), PMR-Funk, Handy und Navi.
Das Navi leistet wertvolle Dienste und lotst mich auf den unterschiedlichsten Routen durch Europa

Trotz 600 kg Gesamtgewicht steht einer flotten Kurvenhatz in den Alpen nichts im Wege, vorausgesetzt man ist körperlich fit. Am Besten entspannt man aber bei der flüssigen Fahrt über die kurvenreichen Landstrassen, wo auch der kultivierte Vierzylinder und das 5 Ganggetriebe ihre sportlichen Stärken ausspielen können.
Das Fahrwerk bügelt auch die Unebenheiten einer ungeteerten Waldstrasse und trumpft dabei mit einem sänftenartigen Reisekomfort.
Bei den Dirttracks wie auf dem unteren Foto, stossen die Strassenreifen mit feinem Profil aber schnell an ihre Grenzen. Trotzdem sind solche schlüpferige Pisten nicht ausschliesslich den Enduros mit ihren Chlötzlipnös (Stollenreifen) vorbehalten, mit etwas Übung und Gleichgewicht wühlt sich auch eine LT durch den Schlamm.
Die Griff- und Sitzheizung (für die Sozia sogar mit Rückenheizung) verleitet dazu, auch im Winter auf grosse Fahrt zu gehen. Aber Vorsicht, für die LT gibt es keine Winterreifen und so bleiben die schneebedeckten oder gar vereisten Strassenabschnitte eine fahrerische Herausforderung.
Sind aber die Strassen Schnee- und Eisfrei hindern auch regennasse Strassen und tiefe Temperaturen mich nicht daran, ganzjährig mit der LT auf Achse zu sein, denn der Wetterschutz ist hervorragend einzig was fehlt ist die Boxerfussheizung und im Sommer eine Klimaanlage.
Wer rastet der rostet, so nutze ich jeden schönen Tag im Jahr, um auf meiner Dicken eine längere Tour zu fahren, wie hier im Appenzellerland.
Skiurlaub mit dem Motorrad? Ja warum denn nicht! Da die sperrigen Skis eh nur bei den Sportshops an der Talstation ausgelehnt werden, gibt es kein Transportproblem, da die Skischuhe in den Seitenkoffern platz finden und der Töffanzug auch auf der Piste hervorragend schützt.
Wenn im Sommer die schwüle Hitze in der Stadt meinem Kreislauf zusetzt, schwinge ich mich gerne in den Sattel meiner LT und geniesse den kühlenden Fahrtwind bei der Pässehatz. Mit der BMW K1200LT findet man immer einen Platz an der Sonne.
Auch wenn meine Dicke kein Leichtgewicht ist, fährt sie sich in den Serpentinen der Dolomiten federleicht. Einzig die schnellen Schräglagenwechsel ersetzten das Kraftstudio.
Wer etwas im Getriebe rührt und die Schräglage bis zum Kratzen der Fussrasten ausreizt, kann mit dem starken Vierzylinder auch die Knieschleiferfraktion auf Distanz halten.
Wie heisst es so schön in der Ovomaltine Werbung; mit der BMW LT kann man es nicht besser ... aber länger! So werden die Reifen regelmässig bis zum Angststreifen abgefahren.
So fahre ich entspannte Tagestouren von 450 bis 600 Kilometer und Feierabendrunden von bis zu 380 km.
Obwohl die BMW K1200LT punkto Luxus und Komfort den direkten Konkurrenten Goldwing und das Eisen aus Milwaukee in nichts nachsteht, hat sie die schmalste Sihluette der Luxustourer. Sie ist nebenbei auch die sportlichste Luxuskutsche ihrer Epoche.
Das Platz Angebot der BMW K1200LT ist grosszügig. Nebst dem Thron für die Sozia hat sie auch in den Seitenkoffern genügend Platz für eine mehrwöchige Tour. Das Topcase ist gross genug um zwei Klapphelme bequem zu verstauen, wenn es nicht missbraucht würde.
Diesem Angebot in meinem Topcase verdankt meine Dicke ihren Spitznamen Kiosk. Viele mitfahrende Bikerkollegen waren schon froh darum, dass in meinem Topcase Goodies Platz finden, die sie selbst nicht mitführen.
Leider ist die Standfläche des Seitenständers etwas zu klein geraten. So drückte das hohe Gewicht meines Reisedampfers den Ständer in den weichen Boden und die LT legte sich langsam zur Seite.
Böse Zungen geben dem umwerfenden Panorama der Dolomiten die Schuld.
In den letzten 4 Jahren habe ich die BMW K1200LT als verlässlichen Tourenpartner kennen und schätzen gelernt und werde hoffentlich noch viele weitere Tourenkilometer mit ihr zurücklegen können.
Grüessli Tramper


