Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

Alles, was mit der Technik der LUFTgekühlten R1200xx zu tun hat
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DJBlue
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Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#1 Beitrag von DJBlue »

Hallo
wollte mal eure Erfahrung wissen zum Thema "Kennfeldoptimierung".
Mir geht es um die Optimierung, nicht um "hauptsache mehr PS rausholen". Auch klar das das eine das andere mit beinhaltet.

Jetzt gibt es verschiedene Anbieter welche einem das blaue Wunder versprechen. Das diese "Verkaufen" wollen muss jedem klar sein, das die genannten Daten natürlich unter perfekten Bedinungen möglich sind welche man auf der Strasse eher nie erreicht.

Stage 1 würde folgendes beinhalten:
- Reine Softwareänderung, keine mechanischen Änderungen oder zusätzliche Hardware. Jederzeit Reversibel.
- Kraftstoffkennfelder optimiert für ein gleichmäßiges Ansprechen bei unterschiedlicher Last.
- Zündung entsprechend optimiert.
- Drosselklappensteuerung optimiert für eine direktere, dosierbare Motorreaktion
- Startstrategie zur Verbesserung des Startverhaltens verfeinert.
- Gasannahme und Fahrbarkeit bei Teillast verfeinert.
- 5-10PS mehr und bis zu 0,4l/100km weniger


Hat jemand ein solches Tuning durchgeführt und kann berichten??
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Weissblau
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#2 Beitrag von Weissblau »

Meine damalige R1200S wurde von MGM Technik in Datteln auf deren Prüfstand "gerexxert" und nicht nur meine.
Manuel Galkus ist seit zig Jahren in der BOXER-Szene (und nicht nur in dieser) bekannt.

Eine klare Empfehlung aus meiner Sicht.
Man findet ihn über seine Webseite oder auch auf Facebook.
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Joerg58FB
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#3 Beitrag von Joerg58FB »

Welches Motorrad, welcher Anbieter?
Je neuer das Mopped, je aktueller die Abgasnorm, um so weniger ist machbar, wenn überhaupt noch.
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DJBlue
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#4 Beitrag von DJBlue »

Machbar ja, wieviel neja,
Gerade die kastrierten modernen Motoren lässt sich bestimmt einiges noch rausholen. Kastriert eben um die besten Abgaswerte zu bekommen. Um die reine Leistung geht’s mir gar nicht, sondern mehr um das Motorverhalten.
@Weissblau, inwiefern hat sich was bei Dir verändert? War es deutlich spürbar?


Aber sind wir mal ehrlich, die wenigsten Änderungen am Softwarestand sind legal. Oder werden irgendwelche Abgasgutachten mit verkauft? Eher nicht, da es den finanziellen Rahmen sprengen würde.
(Blödes Beispiel aber das VW Diesel Gate war nicht mal in Serie legal, aber das ist ein anderes Thema)
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Joerg58FB
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#5 Beitrag von Joerg58FB »

Während bei PKWs noch ein und derselbe Motor in vverschiedenen Leistungsstufen zum Einsatz kommt, beschränkt sich dies bei Motorrädern meist auf die A2 Varianten. Alle anderen sind leistungsmäßig eigentlich schon optimiert, der Spritverbrauch spielt da eher weniger die Rolle, siehe dir nicht gerade Kost verächtenden Ducatis an. Verstellbare Nockenwellen haben auch nicht wegen der Spitzenleistung, Verbrauch, o.ä. aus dem PKW-Bereich Einzug bei den Motorräder gehalten. Um Lärm & Abgas kann sich gerade bei Motorädern kein Anbieter mehr drücken, gerade aus AGA-Breich, da schmerzt es schon, wenn die eigene Polizeiflotte nicht mehr mit den Maschine des einzigen landeseigenen Herstellers durch gewisse Täler fahren darf. Aber auch viele andere aktuelle Modelle aus Fernost sind dort ausgesperrt. Mit dem Schwermetall von H-D und Indian braucht man da gar nicht erst anfangen, auch nicht softwaretechnisch.
Die Sherrifs sind auch nicht mehr von gestern .
Was soll es auch bringen, die Motoren sind inzwischen von den Herstellern so gut optimiert, dass ein klassisches Tuning und sei es auch nur eine noch weiter Kennfeldoptimierung extrem aufwendig und damit teuer ist, meist dann auch entsprechende Hardwareänderungen nach sich zieht.
Dauerhaft & legal = eher unwirtschaftlich
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nargero
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#6 Beitrag von nargero »

DJBlue hat geschrieben: 19. September 2026, 09:30 Hat jemand ein solches Tuning durchgeführt und kann berichten??
Es steht immer noch die Frage im Raum: Um welches Motorrad geht es genau?

Um die Frage zu beantworten: Ja.
Mit Hilfe eines Kumpels, Motorenentwickler, (AMG / BMW / PORSCHE) etc., alles in Eigenregie.
Bei mir waren es aber nur 2-Zylinder unter 1000ccm.
Selbst programmierte Zündkurven und komplett andere Zündanlagen/Steuergeräte.
Alles was Du oben im Eingangsthread beschreibst kann ich bestätigen, allerdings nur für Vergaser-Modelle.

Bei aktuellen Fahrzeugen: Tendenz ... eher Finger weg. Da gibt es nicht mehr viel zu optimieren. Bzw. nur auf mehr Risiko und Verschleiß.
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DJBlue
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#7 Beitrag von DJBlue »

nargero hat geschrieben: 19. September 2026, 21:01 Es steht immer noch die Frage im Raum: Um welches Motorrad geht es genau?
Hier gehts mir nicht um exakt eine bestimmte Maschine sondern um eure Erfahrungen mit dem Thema.

Zu Vergaserzeiten konnte man, insofern man sich auskannte, selber etwas Potenzial rausholen.
Spritverbrauch ist ein Punkt welcher Vielen egal sein wird, aber warum sollte man den inzw. teuren Kraftstoff unnötig verbrauchen.
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DirtySanchez
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#8 Beitrag von DirtySanchez »

Nur für Rennzwecke, versteht sich?
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BigMama
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#9 Beitrag von BigMama »

DirtySanchez hat geschrieben: 20. September 2026, 07:33 Nur für Rennzwecke, versteht sich?
Muss ja für die Renne sein, spätestens während der nächsten HU würde das "Tuning" auffallen. Es sei denn, VW lässt grüßen, es gibt einen Werkstattmode oder, das Tuning liegt innerhalb der legalen Toleranzen - aber das ist wahrscheinlich schwierig umsetzbar.
Mir wäre diese Maßnahme zu riskant. Wenn das bei der HU rauskommt, erlischt die Betriebserlaubnis und das war's dann.
Der 1250er Motor lief (wahrscheinlich mit den originalen Abgaswerten) im 100.000 km-Test von "Motorrad". So schlimm können diese Serienwerte also gar nicht sein.
Die Fliegerei ist die einzige Kunst, bei der auch Meister vom Himmel fallen.
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DirtySanchez
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#10 Beitrag von DirtySanchez »

BigMama hat geschrieben: 20. September 2026, 08:38 Muss ja für die Renne sein, spätestens während der nächsten HU würde das "Tuning" auffallen. Es sei denn, VW lässt grüßen, es gibt einen Werkstattmode oder, das Tuning liegt innerhalb der legalen Toleranzen - aber das ist wahrscheinlich schwierig umsetzbar.
Mir wäre diese Maßnahme zu riskant. Wenn das bei der HU rauskommt, erlischt die Betriebserlaubnis und das war's dann.
Der 1250er Motor lief (wahrscheinlich mit den originalen Abgaswerten) im 100.000 km-Test von "Motorrad". So schlimm können diese Serienwerte also gar nicht sein.
Es ist halt so, dass Motoren unten rum um so schlechter laufen, je mehr Hubraum und je weniger Zylinder sie haben, und um so höher die Euro-Einstufung ist. Alles wegen der Abgaswerte.

Wenn man da mittels neuem Kennfeld und ev. anderer zusätzlicher Maßnahmen bei geht ist man halt illegal unterwegs, wie du bereits angemerkt hast.

Meine Ex-1250er lief unten rum allerdings noch ganz gut, wie das bei neueren Modellen aussieht weiss ich nicht. Ganz übel war meine 690er KTM. In 30er Zonen gings fast in Richtung Unfahrbarkeit.
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Joerg58FB
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#11 Beitrag von Joerg58FB »

Bei der 1250er hat man ja mit der Nockenwellentrickserei angefangen, die dann später ja auch bei den 4-Zylindern eingeführt wurde. Um die immer schärferen Abgaswerte einzuhalten, müssen die Motoren zudem immer magerer laufen. Die Geräuschgrenzen werden mit Klappenanlagen ausgetrickst, klar unter dem Hauptvorwand, dass dies auch der Verbrennung dient. Bei Einführung der Euro-4 Boxer 2017 hat man es besonders gemerkt. Während die Euro-3 Boxer eher gut im Futter standen, also auf der Rolle meist über den Sollwerten ablieferten, lagen die Euro-4 Modelle i.d.R. erheblich drunter. Daher war der Unterschied zwischen 1200er Euro-3 zum 1250er kaum spürbar im Gegensatz zum Euro-4. Und das lag nicht nur am Sound.
Ein reines Chiptuning bringt eigentlich genauso wenig, wie ein reines Hardwaretuning. In einem Fall leidet die Haltbarkeit, in dem anderen wird selbige gar nicht ausgenutzt oder ist sogar kontraproduktiv, wenn plötzlich Lufi & AGA nicht mehr zur Software passen. Aber alles fein aufeinander abzustimmen, kostet halt Zeit, viel Aufwand, Tests und damit viel Geld. Da reicht kein einfacher Lötkolben oder Usb-Stick. Von einer Legalisierung mal ganz abgesehen.
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nargero
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#12 Beitrag von nargero »

Wegen dem "TÜV" würde ich mir keine Sorgen machen. Die Jungs haben nicht wirklich viel Ahnung von diesem speziellen Thema hier. Die Rennleitung schon mal gar nicht. Wer erkennt den Unterschied zwischen den verbauten Zündboxen oder Steuergeräten? Niemand... (Wenn man es nicht selbst umgebaut hat.)
Ich kann gerne was dazu schreiben, also im Detail. Auch selbst ermittelte Werte (incl. Lambda-Messung und Co.) und resultierende Zündkurven zur Verfügung stellen. Kein Ding.
Ducati 900SS: Spritverbauch um ca. 1l/100km reduziert, fahrbarkeit ab 2500 U/min dramatisch verbessert, Leistung um ca. 5 PS erhöht.
AfricaTwin RD07: Spritverbrauch um ca. 0,5l/100km reduziert, fahrbarkeit deutlich verbessert. Leistung vermutlich minimal besser.
Bei beiden Mopped kommt eine selbst programmierte Zündkurve zum Einsatz.
WICHTIG: Die Duc darf nur noch mit V-Power fahren. Die AT ist moderat ausgelegt und darf auch 91 Oktan. Daher der Unterschied.
EDIT: Bei 2D kann ich mitreden. Bei 3D bin ich raus. (Es sei denn, es handelt sich um 3D-Druck usw. ... ;o) )
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#13 Beitrag von DJBlue »

Joerg58FB hat geschrieben: 20. September 2026, 12:25 …Um die immer schärferen Abgaswerte einzuhalten, müssen die Motoren zudem immer magerer laufen…..
Sorry, da muss ich dich korrigieren. Um so magerer ein Ottomotor läuft, umso eher steigt dieser böse CO2+HC-Anteil. Bei Lambda 1,05, also minimal magerer, erhält man jediglich den besten Wirkungsgrad (nicht max Leistung), aber nicht die besseren Abgaswerte.

Nur die wenigsten Gutachter, und schon gar kein TÜV oder Polizei kann eine Kennfeldanpassung feststellen. Ein qualitatives „Chiptuning“ erhält die gleiche Checksumme wie der Datenstand vom Werk aus. Und nur dieser könnte abgefragt werden ohne Kurven und Zahlen zig tausender Datensätze zu vergleichen. Und dann gibt’s noch minderwertiges chippen, welches man am Abgas uU sieht, teils riechen kann und natürlich bei jeder AU auffällt.
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wolfgang
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Re: Erfahrung mit Kennfeldoptimierung?

#14 Beitrag von wolfgang »

Es gibt auch ein "Schwingungsfeld Tuning". Der sitzt hier in der Gegend um PF. Er nimmt die störenden Resonanz heraus oder überlagert diese.
Ich schreibe es nur, weil ein Bekannter es an seinem Range Rover hat machen lassen. Er meinte, sehr positiv, natürlich keine Weltwunder, aber erheblich besser als zuvor. Er ist Maschinenbau Ing. und hat ca. 40 Jahre ein Ford Autohaus betrieben. Er ist kein dummbappler.
Gruß

Wolfgang (KA)
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