Das ABS (ABS II) regelmäßig in den Regelbereich fahren, ist ja bekannt und sicher nützlich gegen Stillstandsschäden und Fehler beim Initialisieren. Der ABS Motor läuft an, und die beiden elektromagnetischen Kupplungen (je eine für vorne und hinten) schließen, die Kette zieht die Entlastungsventile auf und die klackern im Regelintervall hin und her.
Soweit ok. Allerdings entsteht bei der Aktion (und auch beim Selbsttest) nicht sehr viel Reibung ("Freireiben") zwischen den starr angetrieben Metallscheiben und den jeweiligen Kupplungsscheiben. Die Kupplung zieht sich im Regelverhalten ja gerade an den Metallscheiben fest. Da reibt dann nichts.
Ich habe an einem ausgebautem ABS Block den Motor an 12V gelegt und die Stromaufnahme (Stromstärke) gemessen. 8,4 A. Danch habe ich den Motor ca. 5 Minuten laufen lassen. Mit ein paar Unterbrechungen, wenn der Motor lauwarm wurde. Danach sank die Stromaufnahme auf 6,2 A. Offenbar drehte es leichter, was ja das Ziel aller Reibscheiben-Übetholungen ist. (Der Anlaufstrom unterschied sich noch mehr, aber ich kann nicht sagen, ob mein Multimeter tatsächlich schnell genug für korrekte Messungen ist. Gemessen erst 22 A, dann 18A)
Diese Aktion kann man auch bei eingebautem ABS durchführen. Der Motor des ABS hatbekanntlich eine eigene äußere Stromversorgung entweder über das Relais oder man nimmt die (schwarze -, rote +) Motoranschlüsse direkt unter Strom.
Ich hatte auch schon ein ABS auseinandergebaut und nach allen Regeln der Kunst die Reibscheiben mit 1000er Papier poliert. Da war die Stromaufnahme dann auf 5,6 A gesunken. Aber der Aufwand ist erheblich wegen der Entfernung der Aluwanne, Reinigen und neu abdichten.
ABS II Reibscheiben gängig halten - einfache Methode
- groeg
- Beiträge: 171
- Registriert: 25. Juli 2018, 22:26
- Mopped(s): R 1100R, R1100 S, R1150 GSA
-
Rieseberger
- Beiträge: 10
- Registriert: 27. April 2025, 06:25
- Mopped(s): R1150RT Bj. 2004
Re: ABS II Reibscheiben gängig halten - einfache Methode
Ich hatte mein ABS 2, schon 2 mal bei RH-Elektronik. Kannst Du das ein bisschen genauer, evtl. mit Bild erläutern.groeg hat geschrieben: 12. April 2026, 14:49
Diese Aktion kann man auch bei eingebautem ABS durchführen. Der Motor des ABS hatbekanntlich eine eigene äußere Stromversorgung entweder über das Relais oder man nimmt die (schwarze -, rote +) Motoranschlüsse direkt unter Strom.
Mit Besten Grüßen
Rieseberger
Rieseberger
- groeg
- Beiträge: 171
- Registriert: 25. Juli 2018, 22:26
- Mopped(s): R 1100R, R1100 S, R1150 GSA
Re: ABS II Reibscheiben gängig halten - einfache Methode
ich habe in meinem Ersatzteillager ein ABS, das 2017 von RH überholt wurde, für eine R1100R EZ 2000. Da Garantien längst abgelaufen sind, habe ich das Siegel ignoriert und in die Elektronik geschaut. Da hat RH nichts, aber auch gar nichts dran gemacht. Alle Bauteile, Lötstellen und Lacke waren unangetastet.
Was an einer ABS Elektronik nagt, weiß ich nicht wirklich. Natürlich können sich Kondensatoren chemisch oder elektrisch zwerstören usw. Das sieht man nicht unbedingt. Man würde aber sehen, wenn ein Bauteil ausgetauscht wäre.
ich denke ich brauche nicht zu widerholen, was dutzende schon über mögliche Störungsquellen gesagt haben und wie man zumindest den Fehlerkreis durch Auslesen des Fehlercodes im Diagnosestecker eingrenzen kann. Fehle Nr 7 (7 mal Blinken) heißt interner Fehler. Das könnte die Elektronik selbst betreffen, oder eben mechanische, bzw. elektromagnetische oder schlicht elektrische Verbraucher betreffen, die im ABS Block sitzen.
Den Fehler "verklebte Reibscheiben" ist eine der Möglichkeiten. Eine tortal verklebten Reibscheibe würde die Kupplung am Entlastungsventil ziehen lassen, auch wenn das ABS nichts regeln will. Die Entlastungskolben im ABS Block (die den Druck aus dem Radbremskreis nehmen) werden durch jeweils ein Spule in ihrer Position, oder jedenfalls Beschleunigung von der Elektronik detektiert. Logisch wäre das ein Fehler, wenn die Elektronik nichts regeln will, aber feststellt, dass sich ein Regelkolben bewegt. ..... Und so weiter.
Hier ein Verweis auf einen sehr gut bebilderten Beitrag zur Reibscheibensäuberung auf die aufwändige Tour.
https://www.gs-forum.eu/threads/abs-ii- ... iy.179194/
In diesem Beitrag ist auf Bild Nr. 2 das Anschlussfeld des ABS Motors gezeigt. Braun geht an Batteriemasse und Motormasse, Rot an Batterie Plus. Das sind Kabel für hohe Leistungen. Ganz klein darunter angeordnet sieht man zwei Steckerfahnen vom Relails. Das hat die Aufgabe mit kleiner Steuerstromstärke aus der Elektronik das Batterieplus an Motorplus zu legen (hohe Stromstärke). Das Motorplus ist auf der Rückseite des Relais. Das Relais samt Sockel kann man einfach herausziehen. Wenn man dann auf der Rückseite das rote Motorpluskabel auf 12 V Batterie legt, dann dreht des sich. Man kann auch die linke Anschlussfahne des Relais auf 12 V legen, aber das war mir nicht geheuer, das Relais über Minuten mit der erheblichen Stromstärke zu belasten.
Da man nichts ausbaut, kann man danach probieren, ob sich die Leistungsaufnahme auf irgendeine Stromstärke mit 6 (A) vor dem Komma einstellt. Wenn man vorher über 8 A gemessen hat, oder wie ich eoinem Bericht entnehmer auch über 11 A, dann könnte man damit eine Fehlerquelle erwischt haben. Wenn man nicht unter 7 A gekommen ist, dann weiter den Motor laufen lassen. Wenn der Motor dreht, dann dreht der die Reibscheiben und die sitzen unter einer moderaten Federvorspannung gegen die Kupplungsscheiben. Man macht also nichts kaputt, auch wenn man länger orgelt. Man schleift eben nur länger auf ggf. immer noch nicht gut geglätteten Scheiben herum. Da ein Kupplungsbelag vorhanden ist, kann man den theoretisch durchschleifen, aber da dürfte sich vorher das schön leichte Drehen eigestellt haben, und man hat längst aufgehört zu orgeln.
Was an einer ABS Elektronik nagt, weiß ich nicht wirklich. Natürlich können sich Kondensatoren chemisch oder elektrisch zwerstören usw. Das sieht man nicht unbedingt. Man würde aber sehen, wenn ein Bauteil ausgetauscht wäre.
ich denke ich brauche nicht zu widerholen, was dutzende schon über mögliche Störungsquellen gesagt haben und wie man zumindest den Fehlerkreis durch Auslesen des Fehlercodes im Diagnosestecker eingrenzen kann. Fehle Nr 7 (7 mal Blinken) heißt interner Fehler. Das könnte die Elektronik selbst betreffen, oder eben mechanische, bzw. elektromagnetische oder schlicht elektrische Verbraucher betreffen, die im ABS Block sitzen.
Den Fehler "verklebte Reibscheiben" ist eine der Möglichkeiten. Eine tortal verklebten Reibscheibe würde die Kupplung am Entlastungsventil ziehen lassen, auch wenn das ABS nichts regeln will. Die Entlastungskolben im ABS Block (die den Druck aus dem Radbremskreis nehmen) werden durch jeweils ein Spule in ihrer Position, oder jedenfalls Beschleunigung von der Elektronik detektiert. Logisch wäre das ein Fehler, wenn die Elektronik nichts regeln will, aber feststellt, dass sich ein Regelkolben bewegt. ..... Und so weiter.
Hier ein Verweis auf einen sehr gut bebilderten Beitrag zur Reibscheibensäuberung auf die aufwändige Tour.
https://www.gs-forum.eu/threads/abs-ii- ... iy.179194/
In diesem Beitrag ist auf Bild Nr. 2 das Anschlussfeld des ABS Motors gezeigt. Braun geht an Batteriemasse und Motormasse, Rot an Batterie Plus. Das sind Kabel für hohe Leistungen. Ganz klein darunter angeordnet sieht man zwei Steckerfahnen vom Relails. Das hat die Aufgabe mit kleiner Steuerstromstärke aus der Elektronik das Batterieplus an Motorplus zu legen (hohe Stromstärke). Das Motorplus ist auf der Rückseite des Relais. Das Relais samt Sockel kann man einfach herausziehen. Wenn man dann auf der Rückseite das rote Motorpluskabel auf 12 V Batterie legt, dann dreht des sich. Man kann auch die linke Anschlussfahne des Relais auf 12 V legen, aber das war mir nicht geheuer, das Relais über Minuten mit der erheblichen Stromstärke zu belasten.
Da man nichts ausbaut, kann man danach probieren, ob sich die Leistungsaufnahme auf irgendeine Stromstärke mit 6 (A) vor dem Komma einstellt. Wenn man vorher über 8 A gemessen hat, oder wie ich eoinem Bericht entnehmer auch über 11 A, dann könnte man damit eine Fehlerquelle erwischt haben. Wenn man nicht unter 7 A gekommen ist, dann weiter den Motor laufen lassen. Wenn der Motor dreht, dann dreht der die Reibscheiben und die sitzen unter einer moderaten Federvorspannung gegen die Kupplungsscheiben. Man macht also nichts kaputt, auch wenn man länger orgelt. Man schleift eben nur länger auf ggf. immer noch nicht gut geglätteten Scheiben herum. Da ein Kupplungsbelag vorhanden ist, kann man den theoretisch durchschleifen, aber da dürfte sich vorher das schön leichte Drehen eigestellt haben, und man hat längst aufgehört zu orgeln.
- groeg
- Beiträge: 171
- Registriert: 25. Juli 2018, 22:26
- Mopped(s): R 1100R, R1100 S, R1150 GSA
Re: ABS II Reibscheiben gängig halten - einfache Methode
Noch ein Tip für Leute, die das Elektronikteil beim ABS öffnen. (Spezial Schraubendreher). unten sitzt ein 8fach Stecker, der von der Elektronik in den mechanischen Teil des ABS führt. Hier gibt es 4 obere und 4 unterere Anschlusspins. Jeweils oben und unten gegenüberliegend den Widerstand gemessen ergibt 2,2 Ohm (wahrscheinlich die Spulen der Kupplungen) bzw. beim nächsten Kontaktpaar (gegenüberliegend oben und unten) ca. 112 Ohm (wahrscheinlich die Spulen, die die Entlastungskolben detektieren). Jedenfalls misst man bei 2 Paaren den einen, bei 2 Paaren den anderen Wert - bei einem intakten ABS.
Hat man die Reibscheiben gängig und die Widerstände wie geschildert für ok gemessen, geht es weiter mit der Frage, ob die Entlastungskolben bestimmungsgemäß öffenen und die Federn den Kolben bestimmungsgemäß zurückdrücken. Das kann man mit einer 22mm geeigneten Stecknuss und abschrauben der Entlüftungsdeckel oberseitig des Moduls kontollieren. Da drin sitzen je eine Kugel, Feder und O-Ring. sauber? gängig?
Und wenn man es ganz genau wissen will, dann muss das ABS auf die Werkbank, der Aludeckel unten ab und mit einer sauberen Rohrzange die Kupplungsglocken entgegen den Kettenzügen bewegen. Man merkt, ob beide gleich viel Widerstnd gegen die Federkaraft haben, bzw ob sie sich geschmeidig ziehen lassen. Elektrisch sollte man die Kupplung bei drehendem Motor und ohne dämpfende Bremsflüssigkeit nicht ansteuern. Die Kolben nehmen Schaden. Also Rohrzange.
Hat man die Reibscheiben gängig und die Widerstände wie geschildert für ok gemessen, geht es weiter mit der Frage, ob die Entlastungskolben bestimmungsgemäß öffenen und die Federn den Kolben bestimmungsgemäß zurückdrücken. Das kann man mit einer 22mm geeigneten Stecknuss und abschrauben der Entlüftungsdeckel oberseitig des Moduls kontollieren. Da drin sitzen je eine Kugel, Feder und O-Ring. sauber? gängig?
Und wenn man es ganz genau wissen will, dann muss das ABS auf die Werkbank, der Aludeckel unten ab und mit einer sauberen Rohrzange die Kupplungsglocken entgegen den Kettenzügen bewegen. Man merkt, ob beide gleich viel Widerstnd gegen die Federkaraft haben, bzw ob sie sich geschmeidig ziehen lassen. Elektrisch sollte man die Kupplung bei drehendem Motor und ohne dämpfende Bremsflüssigkeit nicht ansteuern. Die Kolben nehmen Schaden. Also Rohrzange.
- groeg
- Beiträge: 171
- Registriert: 25. Juli 2018, 22:26
- Mopped(s): R 1100R, R1100 S, R1150 GSA
Re: ABS II Reibscheiben gängig halten - einfache Methode
Zum ersten Absatz 2,2 Ohm bzw. 112 Ohm. Die 2,2 Ohm gehören zu den Endlagentastern, die in Ruhelage der Entlastungskolben geschlossn sind und in Endlage geöffnet werden. Die 112 Ohm sind wohl der Ohmsche Spulenwiderstand der Kupplungen.