1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

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groeg
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1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#1 Beitrag von groeg »

R 1150 GSA: Übliches Problem mit dem Fußschalthebel: viel Spiel im Drehgelenk an der Rückseite der Fußrastenhalterung führt zu hakeliger Schaltperformance des Getriebes und schlechtem Auffinden der Neutralstellung. Bei mir konnte ich den Schalthebel ca. 10 mm bewegen, bevor das Schaltgestänge zum Getriebe überhaupt bewegt wurde. Das liegt auch an der ungünstigen Geometrie von Schalthebelgelenk, Umlenkung zum Getriebe und Angriffspunkt des menschlichen Fußes am Schalthebel. Wenig Spiel im Gelenk des Schalthebels führt zu großem Leerweg.

Meine Abhilfe ohne großen Aufwand:

Kugelgelenk trennen, Fußrastenhalterung abbauen, den Schalthebel abbauen. Die Lagerung des Schalthebels erfolgt durch zwei Kunstoffbuchsen mit Kragen, die in einer (ich glaube 19mm) Bohrung von beiden Seiten in den Schalthebel eingepresst sind. Da sie in der Mitte einen Spalt lassen, also nicht zusammenstoßen, kann man sie von innen vorsichtig aus dem Schalthebel nach außen treiben.
Meine Messung des durchgesteckten Stahlbolzens (Welle) und des Innendurchmessers der Kunstoffbuchsen ergab ein Spiel (durch Abnutzung) von lediglich 5 hundertstel mm im Durchmesser. Dennoch, wie oben geschildert, erzeugt das ein relativ großes Spiel am Hebeldorn für den Fuß.
Die beiden Kunstoffhülsen habe ich längs mit einer Puksäge aufgeschnitten, den Schnitt versäubert, und 3 Lagen Teflonband (Installationsmaterial) über den Umfang der Hülsen gelegt. Danach wieder eingepresst und was an Teflonband sich unter den Kragen schieben wollte weggeschnitten. Dies ist nötig, denn die Gesamtlänge der eingepressten Kunsttoffhülsen darf die Länge des Schraubdorns nicht überschreiten. Ansonsten klemmen die „Kragen“ und der Hebel bewegt sich nicht mehr.
Nach einfetten und durchstecken des Stahldorns (Welle) konnte man ihn nicht mehr mit der Hand in den Kunstofflagern drehen. Eingespannt in den Schraubstock aberdoch recht leicht und nach ein paar Mal hin und her noch leichter.

Resultat: Schaltgefühl, als ob man ein neues Getriebe hätte.

Gruß Georg
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R850scrambleR
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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#2 Beitrag von R850scrambleR »

Ein Bild würde mehr sagen als 1000 Worte ...
Die Reduktion des Lagerspiels ist den Aufwand auf jeden Fall wert.
Es gab einmal einen Umbau mit Kugellagern, wie hier in der Nachbarkneipe beschrieben:
https://www.gs-forum.eu/threads/schalth ... 0gs.60087/

Alternativer Umbausatz:
https://youtu.be/YPldfkSf1A4?si=xpQoHZ8s8rsMCCJk
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groeg
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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#3 Beitrag von groeg »

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R850scrambleR
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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#4 Beitrag von R850scrambleR »

Cool! Danke für die Zeichnung.
Jetzt verstehe sogar ich, wohin das Teflonband gehört! ;-)
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groeg
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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#5 Beitrag von groeg »

Vielleicht zur Ergänzung: den Schnitt durch die Original-Kunststoffhülsen benötigt man, damit sie enger an die Stahlwelle (grau) gedrückt werden kann. Das Teflonband drückt die Hülsen auf ganzem Umfang näher an die Stahlwelle. Sollte sich das Teflonband mit der Zeit zusammendrücken, dann versuche ich es alternativ mit Alufolie. Blechsteifen etc. sind viel zu dick, denn wie beschrieben musste die Hülse lediglich um 5/100 mm dichter an die Welle. Übrigens sitzten die Kunstoffhülsen trotz Aufschneiden und Teflonband bombenfest und das Gleiten (Gleitlager) spielt sich nach wie vor zwischen der Stahlwelle und der Innebohrung der Kunstoffhülsen ab. Dort deshalb auch gefettet. Bei Gelegenheit werde ich noch einen Abschmiernippel für eine Fettpresse in die Mitte setzten.
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wolfgang
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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#6 Beitrag von wolfgang »

Irgendwo im Forum sollte der Umbau auch Nadellager stehen und schmiernippel durch die Welle. Eventuell habe ich auch noch die Unterlagen hierzu. Wenn ihr wollt, schaue ich danach.
Gruß

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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#7 Beitrag von Charlie Bravo »

Man kann das Loch auch aufreiben und die Kunststoffgleitlager durch Stahlbuchsen mit PTFE-Gleitschicht ersetzen (DU, Glycodur etc.)
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groeg
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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#8 Beitrag von groeg »

wolfgang hat geschrieben: 7. Mai 2026, 19:36 Irgendwo im Forum sollte der Umbau auch Nadellager stehen und schmiernippel durch die Welle. Eventuell habe ich auch noch die Unterlagen hierzu. Wenn ihr wollt, schaue ich danach.
Ich glaube in Powerboxer mal Zweifel an der Langlebigkeit der Nadellager bei Dreck und Wasser gelesen zu haben. Aber abgesehen davon, die Methode ist wahrscheinlich sehr schön präzise und auch nicht sehr aufwändig.
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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#9 Beitrag von groeg »

Charlie Bravo hat geschrieben: 7. Mai 2026, 22:33 Man kann das Loch auch aufreiben und die Kunststoffgleitlager durch Stahlbuchsen mit PTFE-Gleitschicht ersetzen (DU, Glycodur etc.)
die Lösung habe ich auch schon mal gefunden, fand ich für mich aber zu aufwändig. Außerdem weiß ich nicht, ob die Materialkombinination zur vorhandenen Welle noch ok ist unter Dreck, Salz, Schlamm, Wasser ?
Charlie Bravo
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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#10 Beitrag von Charlie Bravo »

groeg hat geschrieben: 7. Mai 2026, 23:37 die Lösung habe ich auch schon mal gefunden, fand ich für mich aber zu aufwändig. Außerdem weiß ich nicht, ob die Materialkombinination zur vorhandenen Welle noch ok ist unter Dreck, Salz, Schlamm, Wasser ?
Auch nicht problematischer als die standardmäßig verbauten Kunststoff-Gleitlager. Der Stahl als Grundkörper ist halt härter und bei der engen Passung wird da nicht soviel Dreck, Salz, Schlamm oder Wasser in den Spalt laufen...
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wolfgang
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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#11 Beitrag von wolfgang »

Dreck, Salz, Schlamm oder Wasser in den Spalt laufen...
Dagegen hilft der Schmiernippel und dann den Fettrand aussen stehen lassen. O-Ring einsetzen geht wohl, der Platz ist aber sehr beengt und dann die Reibung.
Gruß

Wolfgang (KA)
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groeg
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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#12 Beitrag von groeg »

Charlie Bravo hat geschrieben: 8. Mai 2026, 21:01 Auch nicht problematischer als die standardmäßig verbauten Kunststoff-Gleitlager. Der Stahl als Grundkörper ist halt härter und bei der engen Passung wird da nicht soviel Dreck, Salz, Schlamm oder Wasser in den Spalt laufen...
Für ein anderes Gleitlager als das Original muss man die Bohrung aufreiben. Ab und an habe ich mit einer Verstell-Reibahle Trkkingrad Lenkervorbauten in Rennrad-Lenkervorbauten verwandelt, also von 25,4 auf 26,0mm aufgerieben. Das ist nicht so leicht wie es sich anhört. Die Schneiden haben im weichen Alu die Tendenz sich einzukerben, jedenfalls wenn man das nicht auf einer stationären Maschine macht. Darauf bezog sich meine Aussage, dass mir der Aufwand zu groß ist für ein Gleitlager.
Was den Schmutz angeht, kann natürlich sein, dass Schmutz etc. nicht das Problem ist. Was ich alledings nicht weiß ist, ob sich bei einem Stahlmantel mit PTFE Beschichtung die Stahlwelle eher abnutzt als mit den original Kunststofflagern. Meine Stahlwelle war nach 35.000 km und Ausbau der Kunstofflager jedenfalls noch tadellos. Es hatte sich ausschließlich der Kunsstoff abgerieben.
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groeg
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Re: 1150 GS zu viel Spiel im Schalthebel. schnelle Abhilfe

#13 Beitrag von groeg »

wolfgang hat geschrieben: 9. Mai 2026, 10:02 Dagegen hilft der Schmiernippel und dann den Fettrand aussen stehen lassen. O-Ring einsetzen geht wohl, der Platz ist aber sehr beengt und dann die Reibung.
Schmiernippel finde ich immer besser, je länger ich darüber nachdenke.
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