Der erste Kontakt zu meiner K1200RS

automatische Löschung der Beiträge 6 Monate nach der letzten Antwort
Antworten
Nachricht
Autor
HinkePank
Beiträge: 2
Registriert: 4. April 2018, 05:29

Der erste Kontakt zu meiner K1200RS

#1 Beitrag von HinkePank » 17. April 2018, 13:53

Meine K1200RS :
Bj 09/2001, 36000km
Integral-ABS, geregelter Kat, Heizgriffe, RT-Scheibe zum Wechseln, Koffersatz, Topcase und Tankrucksack

Nach dem Aufsitzen, die Maschine noch kurz in die Richtige Richtung schieben - Oh Gott,
was ist das doch für ein schwerer Bocken, Ich muss kräftig drücken, damit sich der bayrische
Monolith-Ziegelstein bewegt.

Nun gut, anlassen ist ja dank Einspritzng kein Problem, die ABS-Lampe beruhigt ihren Herzschlag
und ich lege den ersten Gang ein... Das heist, ich versuche es, aber irgendwie hakt da was.

Intuitiv die Kupplung ein kleines bisschen kommen lassen und ... schon ist er drin.

Na ja, ein kalter Motor und Getriebe zickt halt ein wenig. Pluspunkt : Es gab nicht den Donnerschlag,
der ertönt, wenn ich meiner ZZR1100 den ersten Gang im kalten Zustand aufzwinge.

Ok, Anfahren. Huch - komisch. hab ich nun plötzlich eine andere Maschine unter dem Hintern ?

Das Gefühl von tonnenschwere ist weg, die BMW zeigt sich überraschend fügsam.

Oh jeh, natürlich vergessen die Spiegel einzustellen, also nochmal kurz am Handbremshebel ziehen.

Au weia ! Was ist das denn, kaum dran gedacht, schon steht die Kiste. Die Bremse tut wirklich
genau das, was sie soll - und zwar sehr energisch.
Merke : Ein Finger am Hebel reicht, mit zweien erreicht man ungeahnte Verögerungen. Er ist mein
erstes Motorrad mit Bremskraftverstärker.

Um die Kurven in der Stadt gehts problemlos - kein Klapprad, aber ganz bestimmt kein LKW. Meine ZZR
kann auch nicht besser.

Ach ja, Blinken muss man ja auch. Eigentlich ist das System logisch, Links drücken für Links, Rechts drücken
für Rechts. Ausschalten mit dem dicken Knopf über dem rechten Blinkerschalter.

Meine Hände sind aber japanische Blinkereien gewöhnt, so fummelt der linke Daumen etwas sinnfrei
an der Armatur und hin und wieder hupe ich unmotiviert. Blöd, das wird etwas Zeit bis zur Umgewöhnug
dauern.

Auf dem Weg zur Autobahn ist irgendetwas merkwürdig - ach ja, ich fahre mit 2000 - 3000 U/Min.
Bei der Kawa ist das quasi erhöhter Leerlauf. Die BMW hat Bums auch untenrum - Leistung ist immer
genug da.

Auf der Landstraße mal im 3. den Hahn aufgemacht, das Motorgrummeln wird ab 4000 deutlich und verkündet
akustisch, was Drehzahl und Tacho aussagen : Es geht recht zügig voran und schneller als man glaubt,
schreitet der Drehzahlbegenzer bei 9500 ein. Das renkt das Hirn wieder ein und verhindert den Verlust
der Fahrerlaubnis. Die 70 km/h sind weit überschritten.

Kurve zur Autobahn - zügig, ich will ja mal sehen und ... oha, bis zu einer gewissen Schräglage geht's
bereitwillig, dann aber gerät die Kurvenbereitschaft etwas ins stoppen und der Brocken möchte etwas mehr
Reiter spüren. Also drücken, kein Problem. Willig folgt das bayrische Gerät meinem Wunsch.

Die Autobahn ist halbwegs frei, also mal sehen, was beim Speeden passiert.

Bis 220 liegt die Maschine ruhig und zieht sauber ihre Spur. Danach wird es etwas holpriger, ab 240 rüttelt
es dann schon. Die Tachonadel strebt höheren Zielen zu - bei knapp über 260 habe ich dann genug und mache zu.
Die RS hätte wohl noch ein wenig mehr gekonnt, der Fahrer erstmal nicht.

Runter von der Geraden, wieder Landstraße. Diese Kurve kenne ich, mit der Suzi GSX750F nehme ich die mit 120
und habe noch ein gutes Gefühl dabei. Aber mit dem neuen Gerät erstmal vorsichtig mit 110 anfahren.
Problemlos, als ich die Maschine wieder aufrichte zeigt der Blick zum Tacho doch 120 - so allmählich kommt
mir der Gedanke, dass der Ofen heißer ist, als ich dachte.

Wenn ich nicht bewusst durch die Kurven hetzt, merke ich, dass ich selten Drehzahlen über 4000 U/Min abrufe.
Ganz entspannt zieht der bayrische Mechanismus präzise Linien über die Straße. Und wenn dann doch mal kurzzeitig
der Hafer sticht, packt der 1,2 ltr Motor auch blitzschnell 5000 U/Min obendrauf.

Alles in allem ein sehr entspanntes Fahren, der Adrenalinpegel ist im unteren Bereich, die Endorphine im oberen.
Ich bin glücklich und zufrieden mit meiner BMW. Dank der hervorragenden Bremse und dem absolut zuverlässigen
Fahrgestell hatte ich nie das Gefühl in Grenzbereiche zu geraten. Einfach Freude am Fahren.

Was fehlt ? - Eigentlich nichts, aber es ist etwas anders :

Die gigantische Leistungsexplosion, das Armageddon, der Weltuntergang, den ein beherzter Zug am Gasgriff
meiner ZZR1100 im ersten oder zweiten Gang auslöst ist nicht da. Powerwheelies sind einfach nicht drin.

Das ist ein bisschen schade. Dafür bleibt aber die Unterwäsche sauber, auch wenn eine Kurve etwas zu hastig
angegegangen wurde. Das Fluchen, wenn der Dreh am Gasgriff nicht die gewünschte Wirkung zeigt, weil der
Drehzahlmesser weniger als 7000 U/Min anzeigt.

Hier zeigt sich die BMW souverän entspannt. Die Gewissheit, daß Leistung immer reichlich vorhanden ist,
bewirkt ein deutlich gelasseneres Fahren. Und die peinlichen Momente, wenn ich mit zugekniffenem Hinterteil
und Angstschweiß im Genick das Brachialmonstzer durch die Kurve zwinge - während lässig lächelnd ein GS-Fahrer
außen vorbeizieht - die vermisse ich bestimmt nicht.

Das passende Koffersystem ermöglicht nun tatsächlich längere Touren ohne daß das Motorrad optische Ähnlichkeit
mit indischen Lastkarren aufweist.

Ich habe 4000 Euro für die K1200RS mit Koffersatz, Tankrucksack und Givi-Topcase bezahlt. Sie hatte 36000km
gelaufen und die Kupplung samt Simmeringen ist kurz vorher gemacht worden.

Kurzum : Ich bin verliebt in mein neues Spielzeug.

Allen eine gute Fahrt
HinkePank

Benutzeravatar
helmi123
Beiträge: 9951
Registriert: 7. November 2002, 12:59

Re: Der erste Kontakt zu meiner K1200RS

#2 Beitrag von helmi123 » 17. April 2018, 14:16

Servus hinkepank, dein Bayernbummerl braucht ab und zu mit der Hinterhand eine ABS Auslösung,damit die Ventile nicht Vergammeln.

2. Schnelles Schalten ,,,,bei 5600 U/min zack Zack und die GS en bleiben Respektvoll hinter dir.

Gutes Fahren mit dem Bummerl.Sind im Süden im Sprachgebrauch "nicht beschnittene Rindfiecher" :P
:lol:

Benutzeravatar
Björn_GS (SFA)
Beiträge: 1385
Registriert: 19. Juni 2007, 15:23
Mopped(s): R nineT; R12GS TB
Wohnort: Walsrode

Re: Der erste Kontakt zu meiner K1200RS

#3 Beitrag von Björn_GS (SFA) » 17. April 2018, 19:31

helmi123 hat geschrieben:
17. April 2018, 14:16
,bei 5600 U/min zack Zack und die GS en bleiben Respektvoll hinter dir.
niemals! :lol: :wink:
fighting for peace is like f***ing for virginity.

R nineT, 15-03-19, Angel GT \\ R12GS, 16-06-16, Scorpion Trail II
Z607844, sturmschwarz \\ Z687577, dreifachschwarz

Benutzeravatar
Star Trooper
Beiträge: 907
Registriert: 16. Januar 2013, 13:57
Mopped(s): R 1100R, Zündapp DB200 Bj.36
Wohnort: D-82278 Althegnenberg/Hörbach

Re: Der erste Kontakt zu meiner K1200RS

#4 Beitrag von Star Trooper » 17. April 2018, 20:31

Servus HinkePank

Willkommen und viel Spass mit der RS.
Grüße aus dem Süden

Benutzeravatar
Kleinnotte
Beiträge: 1311
Registriert: 17. August 2007, 18:26
Mopped(s): K1200RS
Wohnort: Rotenburg a.d.F.

Re: Der erste Kontakt zu meiner K1200RS

#5 Beitrag von Kleinnotte » 18. April 2018, 19:32

Ein freundliches Hallo auch von mir, und viel Spaß mit drauf Dicken.
Gruß Jens

K-Treiber seit 2002, die 589/72KW von 17,2TKm-89,8TKm gefahren dann auf die K12/96KW umgestiegen, mit 18,9TKm übernommen, gefahren bis jetzt 108TKm

Benutzeravatar
Jens W
Beiträge: 60
Registriert: 25. August 2016, 11:21
Mopped(s): BMW K1200 RS, Yamaha XJ 650
Wohnort: Braunschweig

Re: Der erste Kontakt zu meiner K1200RS

#6 Beitrag von Jens W » 3. Mai 2018, 11:59

Hallo HinkePank, das ist mal eine tolle Beschreibung des Erstkontakts mit einem unserer dicken Brummer.
Mir ging es vor drei Jahren inklusive des Kaufpreises und des ungefähren Kilometerstands exakt genauso. Nach mittlerweile über 11.000 Kilometern mit der Dicken freue ich mich immer wieder über die coole Souveränität, mit der das Schiff alle Herausforderungen meistert. Das Dauergrinsen ist festgemeißelt, sobald der Motor brummt. Die 300 kg Lebendgewicht vergisst man, sobald die Dicke erst einmal in Bewegung ist. Schalten vergessen - egal, Leistung ist immer da. 180km/h über Langstrecke auf der Bahn - kein Thema, der Windschutz ist perfekt. Notfalls noch mal Gas geben - easy.
Na ja, an der Geländegängigkeit könnte man noch optimieren :lol: . Aber bislang bin ich auch ohne Probleme über Straßen übelster Sorte und leichte Feldwege gekommen, ohne dass der Dampfer mich abwerfen wollte. Das Ding macht einfach nur Spaß. Und es gab schon Duc-Treiber die meinten, es sei unfassbar, was ich mit dem Dickschiff auf den kurvigen Strecken des Harzes so mache. Wie gesagt, die Kiste ist einfach nur souverän und ich habe den Kauf bislang nicht eine Sekunde bereut.
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung

Viele Grüße aus der Löwenstadt
Jens

1984 - 1989 Honda CB250 RS, Bj 84 - 50 tkm
1989 - 2015 Yamaha XJ650, Bj 81 - 140 tkm (ich 90 tkm)
2015 - ? BMW K1200RS, Bj 2004 - 43 tkm (ich 13 tkm)

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast