K1600GT - abruptes Ende einer Ausfahrt (kein Unfall)

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Peter38
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K1600GT - abruptes Ende einer Ausfahrt (kein Unfall)

#1 Beitrag von Peter38 » 20. Juli 2014, 09:51

Eine Chronologie einer Ausfahrt mit der BMW K1600GT, die ein abruptes Ende nahm. Ich kann vorweg nehmen, es gab keine Unfall.

Aber der Reihe nach:

Freitag, 18.07.14
Uwe aus dem Forum sucht einen Mitfahrer für eine Tagestour aus dem Odenwald in Richtung Mosel. Das Wetter soll ja gut werden, also Uwe schnell die Teilnahme mitgeteilt und einen Treffpunkt festgelegt.

Samstag, 19.07.14
09:35 Uhr
Kurz vor dem ausgemachten Treffpunkt noch schnell an die Tankstelle. Maschine aus, volltanken, bezahlen, Maschine wieder an und weiter geht's.

09:55 Uhr
Wir treffen uns vereinbarungsgemäß vor der Fähre in Gernsheim. Hier wollen wir den Rhein überqueren. Die Ankunft ist so präzise, dass wir gleich auf die Fähre auffahren können. Maschine aus. Hier erfolgt dann erstmal die Begrüßung. Wir kennen uns schließlich noch nicht persönlich. Maschine an und fahrt von der Fähre.

11:10 Uhr
Fahrt auf einen Parkplatz in der Nähe von Bacharach. Maschine aus. Wir machen eine kurze Kaffeepause - und für Uwe eine kleine Raucherpause. Maschine an. Weiter geht's durch die Täler in Richtung Hunsrück und dann weiter durch die Weinberge mit tollen Ausblicken ins Rheintal.

12:00 Uhr
Maschine aus. Ausblick ins Rheintal genießen. Maschine an. Weiter geht's. In Richtung Hunsück, durch Emmelshausen hinab ins Moseltal nach Brodenbach. Hier folgen wir dem Lauf der Mosel, moselaufwärts.

13:20 Uhr
In Treis-Karden fahren wir auf den Marktplatz um eine kurze Rast einzulegen und ein Eis zu essen. Maschine aus. Es sind mittlerweile sicher 35 - 40 Grad in der Sonne. Zeit und Gelegenheit unseren Flüssigkeitshaushalt wieder etwas aufzufrischen.

14:05 Uhr
Das Eis war sehr lecker. Wir haben aber noch mindestens 3 Stunden Motorradfahrt vor uns bis wir wieder zuhause sind. Also Abmarsch. Die Maschinen standen die ganze Zeit in der Sonne. Aber kein Problem. Uwe startet seine Maschine und fährt schon mal auf die Straße. Ich sitze auf. Seitenständer hoch, Druck auf den Starterknopf - nix.

Was ist denn jetzt los? Also Kontrolle des Seitenständers. Ist vollständig eingeklappt. Aber sicherheitshalber nochmal ausklappen und wieder einklappen. Druck auf den Startknopf - nix. Die Zündung geht zwar an, das Prüfprogramm läuft ordentlich durch, keine Warnlampe an - aber es tut sich einfach nix.

Als treuer Leser im Forum fallen mir da gleich die Berichte von andereren Fahrern ein, bei denen sich die Maschine, nachdem sie in der Sonne stand, ebenfalls nicht mehr starten ließen. Also - Startereinheit kühlen. In der Nähe ist ein Brunnen. Alle verfügbaren Tücher ins Wasser getaucht und auf die Startereinheit gelegt. Meine Frau und Sozia, Karin, marschiert ins Eiscafe und organisiert Eiswürfel. Die Eiswürfel in die Tücher eingewickelt und mit nunmehr verstärkten Kälteeinheiten die Startereinheit gekühlt.

Zwischendurch immer mal wieder den Starterknopf gedrückt - nix. Mittlerweile werden auch andere Motorradfahrer auf uns aufmerksam und bieten uns Hilfe an. Darunter auch K1300-Fahrer. Ich habe geschildert, dass das Problem bei der K wohl schon häufiger aufgetreten ist und da eigentlich nur kühlen hilft. Den wütenden Kommentar des Fahrers über die Qualität der BMW-Motorräder möchte ich an dieser Stelle lieber nicht wiedergeben.

14:40 Uhr
Bis jetzt hat die Kühlung nichts gebracht. Wiederholt den Starterknopf gedrückt - nix. Was bleibt jetzt? BMW-Pannenhilfe anrufen. Ich muss auch nicht lange warten. Mein Gespräch wird von einem freundlichen Mitarbeiter entgegengenommen. Schilderung des Sachverhalts. Empfehlung des Mitarbeiters: "Bitte kühlen Sie die Startereinheit. Das Problem taucht öfters auf." Meine Antwort: "Habe ich schon alles gemacht - hat aber nichts gebracht. Die Maschine macht keinen mux." Mitarbeiter: "Ich werde versuchen in Koblenz einen Servicetechniker zu erreichen. Dieser wird sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen. Das kann aber etwas dauern. Bis dahin kühlen Sie bitte weiter und versuchen Sie die Maschine zu starten." Also weiterkühlen und ab und zu Starterknopf drücken - nix.

14:50 Uhr
Anruf vom Servicetechniker mit einer kurzen Ferndiagnose. "Es scheint ein Problem mit der Startereinheit zu sein. Ich habe aber keine Austauschteile hier vor Ort und kann Ihnen daher nicht weiterhelfen. Da bringt es auch nichts, wenn ich jetzt von Koblenz nach Treis-Karden fahre. Der nächste BMW-Händler ist in Mayen. Der hat aber jetzt Feierabend. Hier muss abgeschleppt werden. Einen Abschleppwagen kann ich aber nicht besorgen, dass müssen Sie selbst machen." "Vielen Dank für den Rückruf. Dann werde ich das wohl tun müssen." Ende des Gesprächs.

15:03 Uhr
Anruf bei ADAC-Pannenhilfe. "Wir kümmern uns einen Abschleppdienst. Dieser wird sich bei Ihnen melden."

15:13 Uhr
"Hier Abschleppdienst. Wir kommen vorbei. Es kann aber bis zu 45 Minuten dauern. Bis das Fahrzeug vor Ort ist."

15:41 Uhr
Ankunft des Abschleppdienstes. Der Fahrer schaut sich das Motorrad an. Druck auf den Starterknopf - nix. Fahrer: "Vor-Ort-Pannenhilfe ist bei den heutigen Motorrädern nahezu unmöglich. Wir müssen abschleppen. Die nächste BMW-Werkstatt ist in Mayen." Meine Frage: "Schleppen Sie das Motorrad auch zu mir nach hause in 200 km Entfernung?" "Nein, das kann ich nicht machen. Das müssen Sie mit Ihrem Schutzbriefanbieter klären. Dieser wird Ihnen dann einen Pick-Up-Transport herschicken." Kurze Pause. Fahrer: "Moment, eine Option habe ich noch." Geht zum Fahrzeug und telefoniert. Nach einigen Minuten kommt er zurück.

"Wir können das Motorrad nach Binningen transportieren. Sind ca. 8 km. Da gibt es die Firma Motorradsport Schmitt. Die sind zwar KTM-Vertragshändler, reparieren aber auch andere Marken und der Inhaber findet eigentlich immer eine Lösung. Vielleicht kann er das Fahrzeug zum Laufen bringen, damit Sie wieder nach hause fahren können. Ich habe ihn schon angerufen. Er macht sich auf den Weg zur Werkstatt."

16:13 Uhr
Motorrad aufladen und ab geht es nach Binningen.

16:30 Uhr
Ankunft auf dem Werkstatthof. Der Inhaber ist noch nicht da. Motorrad abladen, Abschleppformalitäten regeln, Rechnung bezahlen und ... warten.

17:10 Uhr
Der Inhaber ist noch bei einem Kunden und hat sich daher verspätet. Mittlerweile hat uns die Ehefrau des Inhabers entdeckt und uns etwas zu trinken gegeben. Wir sind mittlerweile nahezu ausgetrocknet.

17:15 Uhr
Motorrad in die Werkstatt geschoben. Herr Schmitt: "Vor zwei Tagen habe ich erst meinen Adapter für die K1600GT zum Anschluss an das Diagnosegerät bekommen." Welch ein Zufall. Fehlerspeicher ausgelesen. Aber so wirklich hat das nichts gebracht. Herr Schmitt: "Es liegt an der Startereinheit. Mein Sohn fährt Motorradrennen auf BMW R1000R. Da habe ich zufällig eine Startereinheit da. So wie es aussieht, ist diese auch mit der K1600-Einheit identisch." Also Startereinheit ausbauen. Der Ausbau gestaltet sich etwas schwierig und langwierig. Aber unter gemeinsamer Hilfe von Vater und Sohn Schmitt (letzter ist mittlerweile auch in der Werkstatt eingetroffen) kann die Startereinheit getauscht werden. Der Sohn schaut noch mal auf das Diagnosegerät. Ein paar Klicks hier und da - der Vater drückt auf den Starterknopf --- das Motorrad springt sofort an. Welch eine Freude.

Beim Austausch wird auch die Fehlerursache klar. Die Kabel in der Startereinheit sind abgeknickt und weisen an einzelnen Stellen keine Isolierung mehr auf. Sieht aus wie durchgescheuert. Wahrscheinlich hat sich durch die Hitze und die blanken Kabel ein Kurzschluss gebildet, der die Startereinheit lahmgelegt hat. Vorsorglich hat Herr Schmitt die Kabel isoliert, damit nicht wieder ein Kurzschluss entstehen kann. Er weist aber darauf hin, dass die Kabel eventuell getauscht werden müssen und ich mich deswegen mit meiner Vertragswerkstatt in Verbindung setzen soll.

18:45 Uhr
Wir haben die Rechnung bezahlt, uns vielmals bei der Familie Schmitt für ihre schnelle und unkonventionelle Hilfe bedankt. Nur durch diese Hilfe und das Engagement von solchen Werkstätten, wie der Firma Motorradsport Schmitt in Binningen, können wir am gleichen Tag noch die Heimreise antreten.

21:25 Uhr
Ankunft zu hause. Jetzt schnell duschen und dann noch etwas Essen gehen. Ende einer "tollen" Ausfahrt.
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Re: K1600GT - abruptes Ende einer Ausfahrt (kein Unfall)

#2 Beitrag von 3rad » 20. Juli 2014, 11:21

Servus

Also ist die BMW Pannenhilfe für'n ..........

Bin froh das ich den ADAC Schutzbrief habe, schon oft genutz immer ohne Probs und nie was gezahlt

Das mit dem Kabel, schlampig verlegt ab Werk ! ?
mfg Peter

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Re: K1600GT - abruptes Ende einer Ausfahrt (kein Unfall)

#3 Beitrag von Rudi L. » 20. Juli 2014, 11:25

Tja, die K1600 ist ein klasse Moped, aber bißchen fehleranfällig. Du hattest Glück, dass Du auf eine kompetente Werkstatt gestoßen bist.Ich hoffe Dein Händler macht ebenfalls gute Arbeit.

Wenn nämlich ein fehleranfälliges Moped und eine inkompetente Werkstatt zusammenkommen vergeht Dir bald jegliche Freude dran.

Drum ist meine K1600 weg und ich werde keine BMW mehr kaufen, zumindest so lange es nur den einen Händler hier gibt.

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Peter38
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Re: K1600GT - abruptes Ende einer Ausfahrt (kein Unfall)

#4 Beitrag von Peter38 » 20. Juli 2014, 11:31

Rudi L. hat geschrieben:Ich hoffe Dein Händler macht ebenfalls gute Arbeit.

Dies bezüglich kann ich auch nur positives sagen. Er hätte mir auch kompetent weitergeholfen. Aber die Entfernung von 200 km war mir etwas weit, so dass ich ihn erst garnicht angerufen habe.
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Re: K1600GT - abruptes Ende einer Ausfahrt (kein Unfall)

#5 Beitrag von Egon » 20. Juli 2014, 12:20

Hallo Peter !

Herzlich Willkommen im Club der "Fehlstarter".
Meine hat im letzten Juni bei Temperaturen über 30°C in FRA und Dolo´s auch immer Aussetzer gehabt, aber auch während der Fahrt. Naturlich Griffarmaturen und Schalter vom Seitenständer von BMW gewechselt.
Und was war gestern - 34,5 °C in Gütersloh /Bielefeld ! Aber nach dem Teilekauf bei D. Louise habe ich festgestellt, das sie zwar Eis nicht im Zubehör haben, konnten mir aber trotzdem helfen.
:( Ich brauche doch kein Moped für den Winter - bin doch "Schönwetter-Fahrer"! :lol:
Gruß aus Gütersloh,
Egon

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Re: K1600GT - abruptes Ende einer Ausfahrt (kein Unfall)

#6 Beitrag von JoGerhard » 20. Juli 2014, 17:17

Hallo
hab ich mit der F800r auch grad hinter mir.
BJ 2011 - 36.000 km - immer problemlos gelaufen ... bis nach einer Pause sie nicht mehr ansprang.
250 km von zuhause weg
Hab den ADAC Schutzbrief plus.
Motorrad vom ADAC in eine Werkstatt in der Nähe bringen lassen.
Mir vom ADAC ein Auto geben lassen mit dem ich heimgefahren bin
Motorrad wurde 3 Tage später zu meinem Händler durch den ADAC gebracht.
Beide Kombischalter wurden inzwischen auf Kulanz getauscht.

Mal sehen ob´s wieder passiert.

Gerhard

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Re: K1600GT - abruptes Ende einer Ausfahrt (kein Unfall)

#7 Beitrag von uweisthier » 21. Juli 2014, 10:35

Hallo

Ja es war wirklich eine schöne tour,herrliches wetter ( nur etwas zu warm ) eine tolle gegend in der ich lange nicht mehr war und karin und peter nette leute mit passendem fahrstil . nur die k hatte wohl irgendetwas dagegen uns einen wunderschönen samstag zu gönnen.
es ist schon schade wenn man durch so eine kleinigkeit völlig lahm gelegt wird. der can -bus soll ja eigendlich den kabelbaum usw einfacher machen . aber da wird dann an der qualität der kabel und deren verlegung wohl gespart und dann hat man das problem wenn da ein kurzschluss etc entsteht das modul die sache komplett abschaltet und man noch nicht mal mehr anschieben kann .
aber man kann ja bei der naechsten gemeinsamen tour den elektrik-fehlerteufel zuhause einsperren und dann die tour ohne Panne geniessen

Gruss Uwe

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Re: K1600GT - abruptes Ende einer Ausfahrt (kein Unfall)

#8 Beitrag von accirus » 12. August 2014, 20:56

Doofe Frage: Was ist die Startereinheit?? Ist das die rechte Griffarmatur, wo der Startknopf drauf ist?

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Webse
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Re: K1600GT - abruptes Ende einer Ausfahrt (kein Unfall)

#9 Beitrag von Webse » 13. August 2014, 05:33

Bisher bin ich verschont geblieben. Bei der 1200er RT wird auch verschiedentlich über dieses Problem berichtet. Ich habe deshalb immer ein Eisspray im Koffer, für den Fall der Fälle.

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Peter38
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Re: K1600GT - abruptes Ende einer Ausfahrt (kein Unfall)

#10 Beitrag von Peter38 » 13. August 2014, 18:30

accirus hat geschrieben:Doofe Frage: Was ist die Startereinheit?? Ist das die rechte Griffarmatur, wo der Startknopf drauf ist?
Ja, das ist die rechte Einheit, wo der Starterknopf drauf ist.
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