Ü50 Führerschein

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Larsi
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Re: Ü50 Führerschein

#51 Beitrag von Larsi » 11. Mai 2016, 23:44

Die Anzahl der Verkehrsteilnehmer, deren Fahrstil mir Angst macht, hat auch zugenommen ...
Und dabei meine ich zumeist nicht die (zu) Schnellen.
Gruß Lars

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manfred180161
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Re: Ü50 Führerschein

#52 Beitrag von manfred180161 » 12. Mai 2016, 06:12

Ja Larsi, aber ich denke, das ist altersunabhängig
Gruß
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emca
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Re: Ü50 Führerschein

#53 Beitrag von emca » 12. Mai 2016, 07:54

Larsi hat geschrieben:Die Anzahl der Verkehrsteilnehmer, deren Fahrstil mir Angst macht, hat auch zugenommen ...
Und dabei meine ich zumeist nicht die (zu) Schnellen.
Das ist auch meine Beobachtung und die Späteinsteiger sind überproportional vertreten. An Bikertreffpunkten braucht man nur mal Augen und Ohren ein wenig aufmachen, dann weißt du, warum du auf der Strecke die eigenartigen Beobachtungen gemacht hast. Wobei eine Kurvenfahrt mit mehrfacher Radiusänderung noch die harmlosesten Erscheinungen sind. Und ich spreche hier ausschließlich von Späteinsteigern, weil alle anderen Alterstgruppen ein ganz anderes Thema sind und nicht vermischt werden sollten.

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Alpino
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Re: Ü50 Führerschein

#54 Beitrag von Alpino » 5. Juni 2016, 17:00

emca hat geschrieben:... eigenartigen Beobachtungen ...
Meinst Du die, die sich aus mangelnder Rechtstreue nicht an die StVO halten?

Oder die, bei denen die "Linienwahl" zu wünschen übrig lässt? Bei denen gibt es zwei Gruppen, die einen, die es nicht besser wissen und die anderen, die sich zwar bemühen, aber es nicht 100%tig hin bekommen.

Und die Gruppe derer, die zumindest theoretisch wissen, wie man es machen sollte, ist näher an der Ü50ern. Weil Risikobereitschaft und Unbedarftheit eher ein Attribut der Jugend ist.

Aber mal im Ernst: Am Bikertreffpunkt angekommen ist es doch schon zu spät um ein Urteil zu fällen. Der Weg dorthin ist es doch wert, beobachtet zu werden. Und wer kann von sich sagen, jede Kurve in idealer Linie zu meistern?

Auf der Strasse habe ich noch niemanden getroffen, der immer ein "10" verdient und auf youtube gibt es auch nur vereinzelt etwas zum Abschauen (fahrtechnisch) ...
Viele Grüße
Andreas

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Larsi
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Re: Ü50 Führerschein

#55 Beitrag von Larsi » 5. Juni 2016, 17:11

Alpino hat geschrieben:...
Der Weg dorthin ist es doch wert, beobachtet zu werden. Und wer kann von sich sagen, jede Kurve in idealer Linie zu meistern?
...
vermutlich keiner.
aber das ist kein grund, es nicht in jeder einzelnen kurve zu versuchen.
dies aber ist bei vielen meiner beobachtung nach nicht der fall ...
(oder zumindest ist die erfolgsquote sehr überschaubar)
Gruß Lars

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Andiklos
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Re: Ü50 Führerschein

#56 Beitrag von Andiklos » 5. Juni 2016, 17:51

Ich hab nach 14 Jahren ATV Fahren und über 90000 gefahrenen Kilometern den Wechsel via A2 gemacht. Auf meiner 650er GS bin ich jetzt 16000 km gefahren und werde mir in 4 Monaten den Wechsel zum offenen Schein gönnen. Natürlich kommt dann auch ne andere Maschine her. Bereut hab ich den Wechsel auf 2 Rädern auf keinen Fall, zumal aber auch nicht mit 4 Rädern vergleichbar!
Ist einfach was ganz anderes. Mit 4 Rädern und 71 PS, jede Menge Gepäck und nem couchmäsigem Sitzgefühl hab ich Touren mit über 4000 Kilometern unternommen. Aber nach den Jahren war einfach die Luft rauf, es musste was Neues her.

Also: Trau Dich, der A2 macht durchaus Sinn, um sich an die Leistung heran zu tasten. Zudem traue ich Dir in unserem Alter eine gewisse Gereiftheit zu, die Dir so manche gefährliche Fahrsituation erspart. Den Rest schreibt das Leben!!

Andreas

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Larsi
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Re: Ü50 Führerschein

#57 Beitrag von Larsi » 5. Juni 2016, 18:05

Andiklos hat geschrieben:... Mit 4 Rädern und 71 PS, jede Menge Gepäck und nem couchmäsigem Sitzgefühl hab ich Touren mit über 4000 Kilometern unternommen. ...
klingt nach einer CanAm.
ich will nicht groß vom thema ablenken, aber eine kurze zwischenfrage hätte ich.
wie schnell läuft so ein ofen und was ist eine realistische reisegeschwindigkeit auf gerader strecke mit dem gerät?
mein polaris sportsman macht auf dauer über 70km/h keine rechte freude (topspeed lt navi ist 112km/h).
Gruß Lars

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ChristianS
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Re: Ü50 Führerschein

#58 Beitrag von ChristianS » 5. Juni 2016, 18:52

Und mich würde mal interessieren, wie es mit Spritverbrauch (Straßenüberlandfahrt) und Inspektionsintervalle aussieht.

Ja, so'ne Outlander 1000 hat schon was 8)
Wobei da auch mehr als 71PS werkeln...
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Larsi
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Re: Ü50 Führerschein

#59 Beitrag von Larsi » 5. Juni 2016, 19:01

die 800er hat 71PS ...

mein 800er sportsman hat nur gut 50PS, säuft selten unter 12l und müsste alle 1500km zum service (bei reiner offroadnutzung).
ich warte das ding alle 5000km.
Gruß Lars

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Andiklos
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Re: Ü50 Führerschein

#60 Beitrag von Andiklos » 5. Juni 2016, 19:25

Ohne vom Thema abzuweichen :lol:
Sie regelt bei ca. 125 km/H ab, ist aber ratzfatz dort angekommen.
Verbrauch um die 9-10 Liter
Die 4000 km Tour war 2005 mit einer Bombardier Traxter mit Sage und Schreibe 28 PS, 90 km/H dauerschnell und unverwüstlich. Das war meine erste Maschine, dann kam ne Traxter Max (also Langversion) dann ne DS650 und zu guter Letzt die Outlander.
Ich hatte seinerzeit auch mehrere Reiseberichte für Quadzeitschriften geschrieben, die Szene war halt noch jung und unerfahren 8)
Die Unterhaltungskosten sind wesentlich höher als bei einem Motorrad, Versicherungen genehmigen sich auch ne gehörige Portion Beitrag und abgeschossen kann man auch werden, weil man übersehen wird.
Und: was hätte man für das Geld schöne Moppeds fahren können :wink:

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emca
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Re: Ü50 Führerschein

#61 Beitrag von emca » 6. Juni 2016, 08:13

Alpino hat geschrieben:Auf der Strasse habe ich noch niemanden getroffen, der immer ein "10" verdient (...)
Ich auch nicht und auch nicht bei dem, der hinter dem da vorne und vor dem da hinten fährt. Dem schaue ich nämlich sehr genau auf die Finger und von dem weiß ich alles und auch, dass er machmal auf deiner 10er Skala nur eine 3 erreicht. Eine 3 ist aber immer noch ausreichend, um sich nicht wie der letzte Bewegungslegastheniker auf fremden Fahrspuren zu bewegen.
Zudem traue ich Dir in unserem Alter eine gewisse Gereiftheit zu, die Dir so manche gefährliche Fahrsituation erspart.
Dieses Wissen ist aber gerade bei den Ü50-Einsteigern dafür verantwortlich, dass sie zwar die meisten brenzligen Situationen vermeiden, aber trotzdem in den unvermeidlichen Grenzsituationen verkrampfen, weil die nötige Geschwindigkeit der Reizleitungen in der grauen Masse zu gering ist. :lol:

Die Ü50, die schon seit ihrer Jugendzeit fahren, brauchen dafür keine Rechenleistung, das ist im highspeed Speicher hinterlegt und muss nicht erst zwischen dem gesamten Datenmüll mühsam heraus gesammelt werden. Außerdem wird es bei den Neueinsteigern oft im flüchtigen Speicher abgelegt und muss jedes mal mit einem hohen Zeitaufwand geordnet werden und schon sind sie wieder da, wo sie nicht sein sollen. :idea: Die Mehrheit der Ü50-Einsteiger kann alles, aber nichts richtig. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Und bei den Späteinsteigerinnen ist das noch dramatischer. Gestern war ich mit dem Vierkreiser unterwegs und habe auch ein paar Bikerinnen gesehen, bei denen ist es nach meiner Einschätzung keine Frage des Alters, weil sie sich in der Mehrzahl am Motorrad festhalten und nicht umgekehrt. Auch hier, Ausnahmen ..... und auch bei den Ü50 Ladys. :wink:

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Re: Ü50 Führerschein

#62 Beitrag von manfred180161 » 6. Juni 2016, 08:33

Highspeed Speicher? Muss gleich mal mit unserer IT-Abteilung reden....
Gruß
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Re: Ü50 Führerschein

#63 Beitrag von emca » 6. Juni 2016, 08:48

Kannst dir sparen, die sind alle jung und kennen nur den Highspeed, besitzen aber selbst meist nur den Flüchtigen. Bei dir wird er schlichtweg als nicht existent bestritten, weil zu alt. :lol:

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Re: Ü50 Führerschein

#64 Beitrag von Andiklos » 6. Juni 2016, 12:02

Die von mir erwähnte "Gereiftheit" beziehe ich hauptsächlich darauf, dass man brenzlige Situationen schon frühzeitig erkennt, die Blicke "wohin zu schauen ist" auch durch langjähriges Autofahren in der Psychomotorik fest verankert sind. Einfach ausgedrückt: Man denkt mehr für andere Verkehrsteilnehmer mit wie ein jüngerer Fahrer.
Aber da es 7 Mrd Menschen gibt und jeder hat einen anderen Charakter, kann man auch nie alle Situationen ausschließen..........jetzt wechseln wir vom PC zur Wahrscheinlichkeitsrechnung (würg) :wink:

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Re: Ü50 Führerschein

#65 Beitrag von emca » 6. Juni 2016, 13:02

Andiklos hat geschrieben:Die von mir erwähnte "Gereiftheit" beziehe ich hauptsächlich darauf, dass man brenzlige Situationen schon frühzeitig erkennt, die Blicke "wohin zu schauen ist" auch durch langjähriges Autofahren in der Psychomotorik fest verankert sind. Einfach ausgedrückt: Man denkt mehr für andere Verkehrsteilnehmer mit wie ein jüngerer Fahrer.
Aber warum fährt dann die Mehrheit der Späteinsteiger so grottenschlecht? Ist nicht nur mein Empfinden, sondern immer wieder sichtbar und nicht nur von mir. Ich habe mehr Negativbeispiele von Späteinsteigern, als Postive und das in einem deutlichen Missverhältnis. :shock:

Das soll jetzt um Gotteswillen nicht heißen, dass >50 jährige keinen Motorradführerschein mehr machen sollen, aber berücksichtigen, dass es mit dem Schein alleine nicht abgetan ist, weil man in der Fahrschule nicht Motorradfahren lernt. Sie müssen versuchen das zu trainieren, was sie <50 "versäumt" haben und nicht glauben, dass Motorradfahren mal eben aus einer Laune heraus geht. Auch wenn einige jetzt denken, hat der sie nicht mehr alle, sich mal auf eine 125er setzen, um ein Gefühl für's Motorrad zu bekommen. Wenn man/frau dann ehrlich zu sich selbst ist, merkt man ganz schnell, das passt oder aber nicht.

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ChristianS
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Re: Ü50 Führerschein

#66 Beitrag von ChristianS » 6. Juni 2016, 13:20

Aber warum fährt dann die Mehrheit der Späteinsteiger so grottenschlecht?
Nun, das lässt sich ganz einfach aus neurologischer(1), sowie psychologischer(2) Sicht begründen:

Späteinsteigern fehlt zum Anfang ihres Späteinstiegs Routine und Fahrpraxis. Logisch.

(1) Neue Handlungsabläufe werden vom Gehirn bewusst im Kleinhirn abgearbeitet :arrow: nicht genügend "Rechenleistung" für andere Dinge (zB Mitdenken für andere).
Je mehr Routine und je höher die Fahrpraxis, werden diese Handlungsabläufe zur Gewohnheit. Gewohnte Handlungsabläufe werden unbewusst im Großhirn abgearbeitet. :arrow: Kleinhirn muss weniger arbeiten und kann somit die gewonnene "Rechenleistung" für andere Dinge nutzen (zB Mitdenken für andere).

(2) An positive (=normale) Dinge gewöhnt sich das Auge und sieht sie als Selbstverständlichkeit an.
Schlechte Dinge (=grottenschlechte Späteinsteiger) fallen dagegen besonders auf, da sie vom Gewohnten abweichen.
Das kommt einem viel vor, so dass man denkt, es sei die Mehrzahl.
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Re: Ü50 Führerschein

#67 Beitrag von emca » 6. Juni 2016, 13:55

ChristianS hat geschrieben:Nun, das lässt sich ganz einfach aus neurologischer(1), sowie psychologischer(2) Sicht begründen:

(=grottenschlechte Späteinsteiger) fallen dagegen besonders auf, da sie vom Gewohnten abweichen.
Das kommt einem viel vor, so dass man denkt, es sei die Mehrzahl.
Das Aber war an Andiklos grichtet, warum sie trotz Gereiftheit so ....... Ich verstehe ihn so, dass man damit das schlechte Fahren kompensieren kann und das glaube ich nicht.

Deine Hinweise sind mir durchaus bekannt und finde sie richtig. Nur der letzte Abschnitt stimmt in meinem Fall nicht, weil ich aktuell von 3 Späteinsteigern weiß, die sich ohne Fremdverschulden gelegt und auch verletzt haben. Ich kenne im Moment 9 SpäteinsteigerInnen und es ist nur eine Frau dabei, die gut fährt. Sie ist die Ausnahme von der Regel. Dreien würde ich zum Selbstschutz das Motorradfahren untersagen, 2 davon gehören zu den o.g. Dem Rest möchte ich einfach nicht mit dem Motorrad begegnen

Aber ich denke, ich habe jetzt genug gesagt. :wink:

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Re: Ü50 Führerschein

#68 Beitrag von ChristianS » 6. Juni 2016, 14:47

Je älter der Mensch, umso mehr Speicherplatz wird aufgrund längerer Lebenserfahrung mit "sinnlosem Wissen" belegt. Ergo fällt es immer schwerer, bzw dauert immer länger, sich neue Gewohnheiten anzueignen.
Je später also der Späteinstieg, desto weniger besteht die Chance, die verlorene "Zeit" wieder aufzuholen.
Man fährt also länger bewusster. Soll heißen, man ist länger mit der Fahrzeugbeherrschung beschäftigt und arbeitet nahe dem Limit. Kommt dann plötzlich eine unvorhergesehene Situation (das kann alles sein), kommt man derbe ins Rudern.
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Re: Ü50 Führerschein

#69 Beitrag von Alt-Boxer » 6. Juni 2016, 15:37

ChristianS hat geschrieben:
(1) Neue Handlungsabläufe werden vom Gehirn bewusst im Kleinhirn abgearbeitet :arrow: nicht genügend "Rechenleistung" für andere Dinge (zB Mitdenken für andere).
Je mehr Routine und je höher die Fahrpraxis, werden diese Handlungsabläufe zur Gewohnheit. Gewohnte Handlungsabläufe werden unbewusst im Großhirn abgearbeitet. :arrow: Kleinhirn muss weniger arbeiten und kann somit die gewonnene "Rechenleistung" für andere Dinge nutzen (zB Mitdenken für andere).
Einspruch Euer Ehren!
Du verwechselst da Kleinhirn mit Großhirn - das Kleinhirn als entwicklungsgeschichtlich älterer Hirnteil ("Reptiliengehirn") ist für die Steuerung prozeduraler Abläufe (wie z.B. Bewegung) zuständig und optimiert; diese Abläufe sind nicht bewußtseinspflichtig.

Das Großhirn ist für bewusste Prozesse der zuständige Hirnteil - allerdings mit begrenzter "Kanalkapazität", was die Leistung bzw. das Ergebnis limitiert, wenn es um prozedurale Abläufe geht. Das ist die Crux bei allen Lernprozessen, die die Bewegung und Propriozeption betreffen; um die Übergabe an den dafür besser geeigneten Hirnbereich zu erreichen, ist eben Übung erforderlich und braucht halt seine Zeit und auch die entsprechende Motivation zur Leistungsverbesserung (ähnlich wie beim Tanzen, sportlichen Leistungen allgemein).

Aber erst das Zusammenspiel von Groß- und Kleinhirnaktivitäten ergibt ein optimales Ergebnis: die für eine sichere und "lustvolle" Kurvenfahrt notwendige Blickführung muss regelmäßig wieder bewusst aufgerufen werden, da unbewusst immer da hin geschaut wird, wo die Gefahr vermutet wird, mithin das notwendige Pendeln des Blicks zum Kurvenausgang und zurück zur eigenen Position unterbleibt (anderes Bespiel: Kontrolle des Flow, um ein Abrutschen in den ungeregelten Flow zu verhindern).

(Quelle: Bernt Spiegel, Die obere Hälfte des Motorrads)

Gruß

Altboxer
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Re: Ü50 Führerschein

#70 Beitrag von ChristianS » 6. Juni 2016, 16:05

:oops:
Kann passieren. Bin halt nur zur Not Arzt :wink: :(
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Re: Ü50 Führerschein

#71 Beitrag von henricolt » 6. Juni 2016, 16:16

Was hier so alles geschrieben wird, ist sehr interessant!
Aber was sagt mir das? soll ich nun als 1955 geborener lieber das Motorradfahren oder vielleicht ganz das Führen eines Kraftfahrzeugs lassen?
Oder ist das hier im Forum nur BMW-spezifisch?
In anderen Motorradfohren habe ich jedenfalls über dieses Thema von hier noch nichts gelesen. Und ich bin inzwischen in 6 (Sechs) Bikerforen vertreten...

Was ich hier noch konstruktiv beitragen möchte, ist folgendes:
Als Berufskraftfahrer habe ich seit meinem 50. Geburtstag eh einen Eignungs- und Gesundheitstest machen müssen, damit die Fahrerlaubnis für weitere 5 Jahre erteilt wird. Ab 55 und ab 60 Jahren wieder das Gleiche.
Dieses für alle Ü50 Fahrer allgemein einzuführen wäre zehn mal sinnvoller als über Größe, Speicherkapazität und das Zusammenspiel zwischen Groß- und Kleinhirn hier zu philosophieren! Jahrelange Fahrerfahrung ist und bleibt das beste Mittel, um auch als Späteinsteiger nicht unbedingt eine Gefahr für den Strassenverkehr sein zu müssen. Einzig die gesundheitliche Eignung sollte in jedem Falle gegeben sein.

Ich glaube, nach mindestens 3 Millionen gefahrenen PKW/LKW Kilometern und etwa 300000 Motorrad-Km darf ich mir dieses Urteil erlauben.
Gruß Henri

BMW R 1200 R, 9300 Km,
Ducati Multistrada 1200 PP, 13500 Km

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Re: Ü50 Führerschein

#72 Beitrag von ChristianS » 6. Juni 2016, 16:31

Ob du das Motorradfahren lassen sollst, weiß ich nicht und möchte mir auch nicht anmaßen es zu wissen.

Aktiver Berufskraftfahrer mit 3 Millionen Kilometern sagt ja nur aus, dass du aktuell noch gesundheitlich geeignet bist und grundsätzlich weißt, wie man sich im Straßenverkehr zu verhalten hat.

Im Übrigen hatten die o.g. Zeilen nichts mit Philosophie zu tun.
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Re: Ü50 Führerschein

#73 Beitrag von emca » 6. Juni 2016, 18:12

Danke für die gute Erklärung, Zusammenspiel des Gehirns. :idea:

@Henri
Es geht um den Späteinstieg und nicht, ob eine bestimmte Altersgruppe fähig ist ein Motorrad zu fahren. :idea:

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Re: Ü50 Führerschein

#74 Beitrag von Hartmut1961 » 6. Juni 2016, 18:37

Moin,
Ich habe vor Jahren mit knapp vierzig den Schein gemacht. Zu der Zeit war der A1 in die Klasse B integriert wenn vor dem 1.4.84 gemacht. Damit kann max eine 125er gefahren werden, macht nicht wirklich Spaß
Für den A Direkt wurden ein paar Stunden anerkannt, weniger Pflichtstunden.
Immer bedenken in der Fahrschule lernst du nur eine Prüfung zu bestehen/ nicht umzufallen. Fahren lernst du erst später, ich bin da absoluter Fan von Sicherheitstrainings . Lohnt sich immer auch bei regelmäßiger Wiederholung. Bin jetzt fast 55 und bin fast 150000 km gefahren. Es ist nie zu spät damit anzufangen, passende Maschine und richtige Einstellung und du wirst viel Spaß haben


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Re: Ü50 Führerschein

#75 Beitrag von Andiklos » 7. Juni 2016, 11:23

Oh je, ich kann das oben geschriebene nicht mehr verarbeiten, ich muss mich leichteren Themen widmen :roll: :?

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