"Einschlag"geschwindigkeit

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Thomas
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#76 Beitrag von Thomas » 16. Januar 2008, 10:38

Das volle, harte Reingreifen in die Bremse ist - besonders mit BKV- genauso falsch wie halbherziges Bremsen. Die Bremsung sollte gefühlvoll begonnen werden, damit sich beim Vorderrad Druck aufbaut und es nicht vorzeitig blockiert bzw ABS einsetzt. Genauso löse ich die Bremse langsam während des Hineinfahrens fast bis zum Scheitelpunkt, also nicht schon vor der Kurve, um das Vorderrad nicht plötzlich zu entlasten und ein nachteiliges Ausfedern zu bewirken. Somit habe ich letztlich einen längeren Bremsweg ohne harte Reaktionen im Fahrwerk (schwänzelndes Hinterrad) und könnte im Notfall auch in der Kurve wegen des noch belasteten Vorderrades sogar nachbremsen, was bei vorher gelöster Bremse schief gehen würde. Das einsetzende ABS ist ein Störfaktor beim Bremsen und ist nur für den Notfall gedacht und sollte nicht zum alltäglichen Bremsverhalten gehören.
Das alles ist natürlich nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern ein Lernerfolg durch Stefan Nebel und vor allem Jürgen Fuchs.
Rückwärts verstehen und vorwärts leben!

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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#77 Beitrag von kub0711 » 16. Januar 2008, 12:54

Wobei man schon sagen kann, dass das beherzte Reinlangen besser ist als zu zögerlich. Anfänger sollen sich ja gerade nicht scheuen, auch mal auf Anschlag zu gehen. Die Bremswegverkürzung durch richtiges Bremsen erreichen die sowieso nicht.
Progressives Bremsen will halt gelernt sein und ist, völlig korrekt, auch bei ABS förderlich.

Wer allerdings im HangOff durch die Kurve fliegt ohne richtig bremsen zu können, dem ist eh nicht mehr zu helfen.
Fahrkönnen beinhaltet eben auch Bremskönnen.

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helmi123
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#78 Beitrag von helmi123 » 16. Januar 2008, 13:45

Thomas hat geschrieben:Das volle, harte Reingreifen in die Bremse ist - besonders mit BKV- genauso falsch wie halbherziges Bremsen. Die Bremsung sollte gefühlvoll begonnen werden, damit sich beim Vorderrad Druck aufbaut und es nicht vorzeitig blockiert bzw ABS einsetzt. Genauso löse ich die Bremse langsam während des Hineinfahrens fast bis zum Scheitelpunkt, also nicht schon vor der Kurve, um das Vorderrad nicht plötzlich zu entlasten und ein nachteiliges Ausfedern zu bewirken. Somit habe ich letztlich einen längeren Bremsweg ohne harte Reaktionen im Fahrwerk (schwänzelndes Hinterrad) und könnte im Notfall auch in der Kurve wegen des noch belasteten Vorderrades sogar nachbremsen, was bei vorher gelöster Bremse schief gehen würde. Das einsetzende ABS ist ein Störfaktor beim Bremsen und ist nur für den Notfall gedacht und sollte nicht zum alltäglichen Bremsverhalten gehören.
Das alles ist natürlich nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern ein Lernerfolg durch Stefan Nebel und vor allem Jürgen Fuchs.
bub du irrrrrrst, bkv und abs sind eins, wenn du jetzt abs überlistest t, hatt die bremse keine 2meter zeit um die überschussgeschwindigkeit zu relativiren.

abs verhindert eine blokade des vorderrades, wird diese sicherheit aber verzögert gehen wertvolle meter der geschwindigkeitvernichtung verloren, die Birke ist nicht weit.

und mit alexa zu sprechen :mein freund der baum , möchte ich nicht zwingend haben. :evil:
:lol:

kub0711

Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#79 Beitrag von kub0711 » 16. Januar 2008, 14:15

Wieso? Fürs ABS gelten dieselben physikalischen Gesetze.
Und nach denen ist die übertragbare Bremsleistung am Vorderrad eben erst dann maximal, wenn ich Last drauf bringe.
Hau ich sofort bis Anschlag durch (Panikbremsung), baut sich die Last erst langsam aufs Vorderrad, das ABS fängt aber gleich an zu regeln, da das Rad ja bei geringerem Bremsdruck schon blockieren würde.
Baut man den Bremsdruck nun etwas langsamer auf (das schöne Bildchen vom Schwamm auspressen), dann kann sich die Last auf dem Vorderrad parallel zu Bremsdrucksteigerung aufbauen und früher volle Bremsleistung erreciht werden. Dadurch wird im Endeffekt insgesamt mehr Bremsleistung erzielt = kürzerer Bremsweg.
Ich unterstell den Regelmechanismen des ABS jetzt mal, dass sie das nicht berücksichtigen können.

Sollte ich irren, erklärs mir einer besser. :wink:

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helmi123
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#80 Beitrag von helmi123 » 16. Januar 2008, 14:21

kub0711 hat geschrieben:Wieso? Fürs ABS gelten dieselben physikalischen Gesetze.
Und nach denen ist die übertragbare Bremsleistung am Vorderrad eben erst dann maximal, wenn ich Last drauf bringe.
Hau ich sofort bis Anschlag durch (Panikbremsung), baut sich die Last erst langsam aufs Vorderrad, das ABS fängt aber gleich an zu regeln, da das Rad ja bei geringerem Bremsdruck schon blockieren würde.
Baut man den Bremsdruck nun etwas langsamer auf (das schöne Bildchen vom Schwamm auspressen), dann kann sich die Last auf dem Vorderrad parallel zu Bremsdrucksteigerung aufbauen und früher volle Bremsleistung erreciht werden. Dadurch wird im Endeffekt insgesamt mehr Bremsleistung erzielt = kürzerer Bremsweg.
Ich unterstell den Regelmechanismen des ABS jetzt mal, dass sie das nicht berücksichtigen können.

Sollte ich irren, erklärs mir einer besser. :wink:
1. last kommt doch nur wenn volle leistung.

2.abs regelt nur wenn der reibwert kurz vorm rutschen steht.

3.du fährst kein abs wie ich aus den ersten sätzen sehe. :lol:
:lol:

kub0711

Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#81 Beitrag von kub0711 » 16. Januar 2008, 14:32

zu 3: Doch, und das hat gelegentlich auch was zu tun.
zu 2:Der Punkt ist aber früher erreicht, wenn noch keine Last da ist. Die Lastverschiebung baut sich langsamer auf als der Bremsdruck
zu 1: Zur Lastverschiebung brauchts keinen maximalen Bremsdruck, sondern nur Verzögerung.

Würd mich interessieren, ob es speziell dazu Versuche gibt.
Der Aufbau der Lastverschiebung geht ja idealerweise parallel zum Aufbau des Bremsdrucks, was konventionell in jedem Fall progressives Bremsen erfordert.
Schafft es das ABS, in dieser Anstiegskurve näher ans Ideal zu kommen?

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Philipp
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#82 Beitrag von Philipp » 16. Januar 2008, 14:34

Ich denke da widerspricht sich zweierlei.
1. panikmäßig reinzulangen verlängert den bremsweg, weil das Rad überbremst wird und das ABS kurzzeitig wieder "aufmacht.
2. andererseits, wenn man während einer Gefahrbremsung dosiert steigert und sich immer am Haftlimit bewegt , wird der Bremsweg minimal. Nur kann das kaum einer (deswegen gibt es ja diese ABS) und man bremst unter Umständen zu zaghaft. Das führt auch zu einer Verlängerung des Bremsweges.

Also wie man es macht, man macht es verkehrt. Und da im öffentlichen Straßenverkehr immer unterschiedliche Bedingungen herrschen, was die Haftung angeht, wage ich mal zu behaupten, dass niemand wirklich optimal an der Haftgrenze bremsen kann. Viel zu leicht ist man drüber oder drunter und verschenkt wertvollen weg.

Deswegen ist es meiner Meinung nach sinnvoll, beim ABS einfach voll reinzugreifen und die Technik mal machen lassen. In einer Notsituation hat man eh nicht die Zeit zum überlegen und kann so einfach instinktiv am Hebel reissen.

Grüße Philipp, der sich auch nicht ganz sicher ist, was er in so einer Schrecksekunde instinktiv macht...
Mit maximalem Aufwand einen möglichst geringen Nutzen erzielen.
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helmi123
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#83 Beitrag von helmi123 » 16. Januar 2008, 14:54

Philipp_BOR hat geschrieben:Ich denke da widerspricht sich zweierlei.
1. panikmäßig reinzulangen verlängert den bremsweg, weil das Rad überbremst wird und das ABS kurzzeitig wieder "aufmacht.
2. andererseits, wenn man während einer Gefahrbremsung dosiert steigert und sich immer am Haftlimit bewegt , wird der Bremsweg minimal. Nur kann das kaum einer (deswegen gibt es ja diese ABS) und man bremst unter Umständen zu zaghaft. Das führt auch zu einer Verlängerung des Bremsweges.

Also wie man es macht, man macht es verkehrt. Und da im öffentlichen Straßenverkehr immer unterschiedliche Bedingungen herrschen, was die Haftung angeht, wage ich mal zu behaupten, dass niemand wirklich optimal an der Haftgrenze bremsen kann. Viel zu leicht ist man drüber oder drunter und verschenkt wertvollen weg.

Deswegen ist es meiner Meinung nach sinnvoll, beim ABS einfach voll reinzugreifen und die Technik mal machen lassen. In einer Notsituation hat man eh nicht die Zeit zum überlegen und kann so einfach instinktiv am Hebel reissen.

Grüße Philipp, der sich auch nicht ganz sicher ist, was er in so einer Schrecksekunde instinktiv macht...
:lol: der philipp liegt nicht mal so weit wegweil, und des wegen abs,es gibt einen lääääängeren bremsweg, der weg dahin ist aber lenkbar
und daß ist der punkt, nicht erschreken wegen dem pulsieren des bremshebels, blick richtung und dranne vorbei und nicht reinrutschen
:lol:

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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#84 Beitrag von helmi123 » 16. Januar 2008, 14:57

kub0711 hat geschrieben:zu 3: Doch, und das hat gelegentlich auch was zu tun.
zu 2:Der Punkt ist aber früher erreicht, wenn noch keine Last da ist. Die Lastverschiebung baut sich langsamer auf als der Bremsdruck
zu 1: Zur Lastverschiebung brauchts keinen maximalen Bremsdruck, sondern nur Verzögerung.
Würd mich interessieren, ob es speziell dazu Versuche gibt.
Der Aufbau der Lastverschiebung geht ja idealerweise parallel zum Aufbau des Bremsdrucks, was konventionell in jedem Fall progressives Bremsen erfordert.
Schafft es das ABS, in dieser Anstiegskurve näher ans Ideal zu kommen?
wer bitte schön verschiebt eine last ,ist doch gar keine da : wegen dem zögerlichen huch der zietttert ja (der B remshebel)

nur die verzögerung baut die lastverschiebung auf nicht anders rum. :lol:
:lol:

kub0711

Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#85 Beitrag von kub0711 » 16. Januar 2008, 16:38

Sag ich doch.

Ausserdem pulsiert da beim I-ABS nix.
Beim CBS-ABS (Honda) vom Mopped von Fraule pulsiert es etwas, ist aber nur störend, nicht negativ.

Für die Vollbremsung als solche sag ich ja auch: Anschlag.
Nur der Weg bis zum Anschlag sollte nicht ein schlagartiges Zuknallen sein (geht nach Messungen wohl innerhalb 0,2s), sondern ein schneller Anstieg.

PS: Damit meine ich gerade NICHT ein zögerliches Zupacken

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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#86 Beitrag von Handi » 16. Januar 2008, 16:48

kub0711 hat geschrieben:zu 2:Der Punkt ist aber früher erreicht, wenn noch keine Last da ist. Die Lastverschiebung baut sich langsamer auf als der Bremsdruck
Vollkommen richtig. Die Reibung zwischen Reifen und Asphalt ist ja von der Belastung abhängig. Bei gegebenem my hab ich also eine um so höhere horizontale Kraft, je größer die vertikale Last ist. Und beim Bremsen hab ich nun mal eine dynamische Belastung des Vorderrads. Je stärker ist bremse, desto größer ist die Last auf dem VR.[/quote]
Schafft es das ABS, in dieser Anstiegskurve näher ans Ideal zu kommen?
Eher nicht. Das ABS prüft nur die Raddrehzahl, nicht jedoch irgendwelche Beschleunigung(en).
Manfred (Mod S-RR, K1200/1300 S/R/GT)

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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#87 Beitrag von juppi » 16. Januar 2008, 17:59

Ich fahre mit ABS und verlasse mich auch darauf.
Ich lasse im Ernstfall die Technik regeln, die kann es besser.

Wir haben es beim Sicherheitstraining getestet und die Bremskurve aufgezeichnet.
Bei unterschiedlichen Untergründen.
Bremse voll gezogen hat die besten Ergebnisse geliefert.
Die ABS-Regelintervalle sind sehr kurz.
Nur wenn man weiß was man tut, kann man machen was man will!

Gruss Jupp

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walterld
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#88 Beitrag von walterld » 16. Januar 2008, 23:19

kub0711 hat geschrieben:.
Und nach denen ist die übertragbare Bremsleistung am Vorderrad eben erst dann maximal, wenn ich Last drauf bringe.
Hau ich sofort bis Anschlag durch (Panikbremsung), baut sich die Last erst langsam aufs Vorderrad, das ABS fängt aber gleich an zu regeln, da das Rad ja bei geringerem Bremsdruck schon blockieren würde.
Baut man den Bremsdruck nun etwas langsamer auf (das schöne Bildchen vom Schwamm auspressen), dann kann sich die Last auf dem Vorderrad parallel zu Bremsdrucksteigerung aufbauen und früher volle Bremsleistung erreciht werden. Dadurch wird im Endeffekt insgesamt mehr Bremsleistung erzielt = kürzerer Bremsweg.
Ich unterstell den Regelmechanismen des ABS jetzt mal, dass sie das nicht berücksichtigen können.

Ist vollkommen richtig was du schreibst.


Schafft man leider nicht in der Praxis. Der Mensch in seiner Unvollkommenheit neigt zur Panikbremsung.
(man fährt 100 km/h, vor einem fährt das Auto aus einer Seitenstraße raus. Tja, und nun......? )
Gruß Walter

kub0711

Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#89 Beitrag von kub0711 » 16. Januar 2008, 23:31

@juppi: Bevor das falsch rüberkommt: IN der Bremsung voll reinlangen, keine Frage.
Mir gehts nur um die ersten paar Milisekunden bis zur Vollbremsung, eben den Bremsdruckaufbau.

Ich kenne die Grössenordnung nicht, aber wenn ich aus den 0,2s der Panikbremsung zB. 0,4s Anstiegsbremsung bis zum Maximum mache (und dann dort natürlich bleibe), kann ich mir vorstellen, einige Milisekunden früher volle Bremsleistung zur Verfügung zu haben.

@walterld: Die Schreckbremsung wird höchstwahrscheinlich weiterhin eine Panikbremsung werden.
Aber ich glaub, genauso wie richtiges Ausweichen kann man auch progressives Bremsen einüben, so dass es im Ernstfall automatisch kommt.
(Ich bin mir allerdings nichtmals sicher, dass ich es hinbekomme :oops: mangels Kontrollmöglichkeit)

Interessant fand ich in dem Zusammenhang, dass wohl auch der Hersteller genau dieses progressive Bremsen empfiehlt (allerdings im Zusammenhang mit den Fehlfunktionen des ABS)

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juppi
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#90 Beitrag von juppi » 17. Januar 2008, 09:00

Kai Uwe,

in der Theorie hast Du Recht.

Aber wenn ich das progressive Bremsen 100% beherrsche brauche ich dann noch ein ABS ?

Das ABS soll mir ja im schlimmsten Fall und den setze ich voraus, alles abnehmen.
Der Faktor Mensch ist mir da viel zu unsicher.

In der Praxis sieht es eben meistens anders aus.
Bremsverzögerung und Achslastverschiebung laufen parallel.
Je mehr Last ich auf der Vorderachse habe, umso mehr Bremsleistung ist möglich.
Klar, wenn sich der Bremsdruck und somit die Achslastverschiebung optimal aufbaut, so wie Du beschreibst, wäre es der Idealfall.
Den gibt es aber in der Praxis nicht.

Ich gebe Walter Recht, in der Praxis ist der Mensch da überfordert.
Deswegen konzentriere ich mich auf eine Sache.
Voll ziehen.
Dafür habe ich eventuell dann Reserven für andere Dinge, wie Maschine gerade halten, Lücke suchen, ausweichen etc. ….

Für einen Untergrund ist es ja vielleicht, mit viel Aufwand, trainierbar.
Aber für unterschiedliche Untergründe und Situationen ist es wohl kaum zu beherrschen.
Hier ist die Technik klar im Vorteil.
Da haben sich kluge Köpfe schon mehr Gedanken gemacht als wir.
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Gruss Jupp

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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#91 Beitrag von wf » 17. Januar 2008, 10:12

juppi hat geschrieben:Der Faktor Mensch ist mir da viel zu unsicher.
... ich finde, das beste am Mensch/Maschine System ist immer noch die obere Hälfte des Motorrads. Die Technik, das sind alles Hilfsmittel, der Chef bleibt immer der Fahrer. Je geübter er ist, umso besser ;-)
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#92 Beitrag von juppi » 17. Januar 2008, 13:31

Da gebe ich Dir nur eingeschränkt Recht, wf.
Klar, Chef ist immer der Fahrer.
Aber es gibt halt auch schlechte Chefs.

Ich nehme regelmäßig an Trainings teil.

Da ich habe Leute beim Training gesehen, die schon Jahre lang fuhren aber keine vernünftige Bremsung hinbekommen haben.

Ich bin der Meinung, diese Leute haben sich sogar schon einmal Gedanken gemacht, sonst wären sie nicht beim Training.

Nun stell dir mal die Frage wie viele Leute Du kennst, die noch nie an einem Training teilgenommen haben.

Die meinen aber auch sie wären perfekt.

Es ist erwiesen, das bei den meisten Unfällen das menschliche Versagen die Ursache war.
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#93 Beitrag von wf » 17. Januar 2008, 14:14

juppi hat geschrieben:Da ich habe Leute beim Training gesehen, die schon Jahre lang fuhren aber keine vernünftige Bremsung hinbekommen haben.
...was auch schwer ist und ich würde mich da nicht mal ausnehmen.
Eine optimale Bremsung aus einer realistischen Geschwindigkeit, das ist äußerst schwierig.

Trotzdem, wie xagt - ich hab schon selbst gesehen, wie technische Hilfsmittel (ABS) ausgefallen sind.
Und ich meine nur, der Technik blind zu vertrauen, ist nicht mein Ding.

ABS (also Steuerungen, Computer) werden von Menschen geschaffen.
Die Intelligenz liegt beim Mensch und nicht bei technischen Systemen.

Aber ist ja nur Talk, wie immer liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte :lol:
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#94 Beitrag von juppi » 17. Januar 2008, 15:25

Klar, die Technik ist das Hilfsmittel, welches sich der Mensch zur Unterstützung geschaffen hat.
Sie tut immer das gleiche, das aber richtig, wenn sie funktioniert.
Man sollte ihr natürlich nicht blind vertrauen, klar.
Der Mensch sollte im Notfall auch ohne sie auskommen können.

ABS ist aber für jeden gleich, egal ob er ein guter oder schlechter Fahrer ist.
Was der Fahrer selbst aus sich macht oder machen kann, ist eine individuelle Sache.

Ich bin leider kein Rossi, obwohl ich viel an mir arbeite.
:D :wink:

Du hast Recht, die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.
:)
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#95 Beitrag von Thomas_Ziegler » 17. Januar 2008, 17:58

Hallo zusammen,

interessante Beiträge 8) . Wenn ich jetzt aus 8 Jahren Entwicklung Motorrad-ABS meinen Senf dazu geben würde, hätte ich wahrscheinlich morgen wunde Finger :lol: . Aber laßt euch gesagt sein die Idealbremsung gibt es nicht :cry: . Zu viele Parameter spielen da mit. Aber wie einige schon schrieben ist ein wesentlicher Faktor die Zeit, deshalb in Gefahrensituationen wirklich reinlangen, den Rest macht die Regelung :twisted: .

Gruß

Thomas
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#96 Beitrag von wf » 17. Januar 2008, 23:31

... jepp, denke der immense Vorteil von ABS zeigt sich bei Schreckbremsungen, wenn die Pfote schneller war als das Hirn und reflexmäßig voll zugepackt hat.
Was mich an ABS stört, findet beim Normal-Betrieb statt. Z.B. macht es auf welligen Belägen (findet man im Elsass hier und da) vor den Kurven einfach kurz auf. Man gewöhnt sich zwar dran, aber es ist mir unangenehm.
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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#97 Beitrag von Swiss-Biker » 22. Juli 2014, 22:04

Handi hat geschrieben:Aus persönlichem Interesse habe ich mal graphisch dargestellt, mit welchen Geschwindigkeiten man in ein Hindernis einschlägt, wenn man die vorgegebene Geschwindigkeit um n km/h überschreitet. Hintergrund ist, daß bei konstanter angenommener Reaktionszeit der zurückgelegte Weg mit der Ausgangsgeschwindigkeit steigt. Somit verkleinert sich mit zunehmender Geschwindigkeit die Distanz, die zum Hindernis noch verbleibt. Verglichen habe ich 5 Grundgeschwindigkeiten: 30, 50, 70, 100 und 130 km/h. Das ergibt fünf Graphen, wobei ich als den zur Verfügung stehende Anhalteweg jenen zugrunde gelegt habe, bei dem man ohne überhöhte Geschwindigkeit gerade noch zum Stehen kommt. Angenommen habe ich bei meinen Berechnungen eine Reaktionszeit von 0,9 s und ein Bremsverzögerung von 7,8 m/s^2 (Durchschnittswerte beim Einsatz von ABS; Quelle: Bremsverzögerungsmessungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit).

Beispiel (1. Diagramm, 50 km/h - gelbe Kurve):
Bei 50 km/h ist die Restgeschwindigkeit 0, bei 60 km/h 15 usw.. Ab Tempo 100 überschreitet der Reaktionsweg bereits den zur Verfügung stehenden Anhalteweg; ab dieser Geschwindigkeit ist die Einschlaggeschwindigkeit gleich der Ausgangsgeschwindigkeit (höhere Werte werden nicht mehr dargestellt). Während man mit 50 km/h also zum Stehen kommt, schlägt man z.B. bei 80 km/h mit satten 49 km/h ins Hindernis ein!
30-50-70.jpg
70-100-130.jpg
Die Werte für 70 km/h sind zu Vergleichszwecken im zweiten Diagramm wiederholt.

Die Berechnungen in den Diagrammen von Handi sind leider falsch. Unter den von ihm vorgegebenen Rahmenbedingungen (Reaktionszeit von 0,9 s und einer Bremsverzögerung von 7,8 m/s^2) und der Annahme, dass mit einer Ausgangsgeschwindigkeit von 50km/h gerade punktgenau beim Hindernis angehalten werden kann, sieht es bei den nächsthöheren Geschwindigkeiten wie folgt aus:
60 km/h: Aufprall mit 40.06 km/h (schön wär's, wenn man da mit 'nur' 15 km/h aufprallen würde)
70 km/h: Aufprall mit 58.39 km/h
80 km/h: Aufprall mit 73.59 km/h
90 km/h: Aufprall mit 87.30 km/h
100 km/h und höher: Die Aufprallgeschwindigkeit entspricht der Ausgangsgeschwindigkeit

Nachprüfen und noch vieles mehr kann man dies mit einem Excel-Bremsberechnungstool, welches man unter der folgenden Web-Page runter laden kann:
http://oskardaeppen.******.com/motorrad-bremsungen

So sieht es dann im Excel aus, wenn man die Rahmenbedingungen korrekt eingegeben hat:
http://www.imgbox.de/users/public/images/jfuxEQcTqI.jpg

Gruss Oskar

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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#98 Beitrag von Swiss-Biker » 22. Juli 2014, 22:13

Hier noch der Link korrekt eingefügt:
http://oskardaeppen.w i x.com/motorrad-bremsungen
Zuletzt geändert von Frank@S am 23. Juli 2014, 21:49, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: die 2 Leerstellen muss der geneigte benutzer halt entfernen ;-)

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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#99 Beitrag von Swiss-Biker » 22. Juli 2014, 22:21

Auch korrekt nach Anleitung eingefügt funktioniert das mit dem Link nicht :-(
Aber egal, ersetzt die '******' im Link durch '******' und gut ist :-)

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Re: "Einschlag"geschwindigkeit

#100 Beitrag von Swiss-Biker » 22. Juli 2014, 22:25

w
i
x

statt die 6 Sterne

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