Wem schreibt das Landratsamt bei Führerscheinentzug

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yy-zz
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Wem schreibt das Landratsamt bei Führerscheinentzug

#1 Beitrag von yy-zz » 18. September 2017, 20:42

Hallo,
ein weiter Bekannter hat seinen Führerschein für 2 Monate abgegeben.
Wohl das Ergebnis mehrerer kleiner vergehen.
Er sagt, sein Rechtsanwalt den er damit beauftragt habe das zu verhindern, hätte eine Frist vergessen.
Alles ohne Wertung und auch nicht meine Frage……!!!!


Meine Frage:
An wen gehen die Briefe vom Landratsamt oder der Behörde die was von
ihm will??
An den Bekannten oder den Anwalt?

Bitte nur Antworten wer es weiß, vielleicht aus eigener Erfahrung,
keine Mutmaßungen oder Anwaltshaftung usw.
Wie gesagt es betrifft micht mich, darum ist es mir auch vollkommen Egal.
Mir geht es nur um diese ein Frage!!

Vielen Dank

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Chico Malo
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Re: Wem schreibt das Landratsamt bei Führerscheinentzug

#2 Beitrag von Chico Malo » 18. September 2017, 21:23

Moin,

nachdem der Anwalt der Behörde eine Bevollmächtigung zur anwaltlichen Vetretung zugesandt hat, gehen alle Schreiben der Behörde an den Anwalt. Normalerweiser sendet der Anwalt dann aber dem Beschuldigtem eine Kopie davon zu.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung.

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Chucky1978
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Re: Wem schreibt das Landratsamt bei Führerscheinentzug

#3 Beitrag von Chucky1978 » 18. September 2017, 23:13

An beide.

Der betroffene bekommt ein Schreiben der Behörde.
Mit diesem Schreiben (Kopie) geht der betroffene zu dem Anwalt, und hat im Vorfeld das Schreiben (original) mit der Begründung zurück geschickt, das er einen Anwalt einschaltet und von seinem Aussageverweigerungsrecht gebrauch machen möchte.
Bei mir hat der Anwalt eine Kopie des Schreibens bekommen. Da man nur eine Gewisse Frist hat, und je nach Anwalt natürlich da nicht immer direkt ein Termin bekommt, kann das Ablaufänderungen hervorrufen. Daher erwähne ich diesen Vorgang.

Was der Anwalt nun im Detail tut weiß ich nicht, jedoch fordert er zumindest Akteneinsicht.
In Folge sichtet der Anwalt nun diese Beweismittel, die man evtl. zusammen mit ihm sichten kann (Videos z.B)

Nun (Zeitlich je nach Behörde) kommt ein Schreiben an den Betroffenen sowie an den Anwalt über die Anzeige mit der Auflistung der Vergehen und schließlich der Angabe über Bußgeld/Fahrverbot, welches zu entrichten ist, sollte kein Widerspruch eingelegt werden.

Der Anwalt wird nun in den meisten Fällen Widerspruch einlegen. Meiner Erfahrung nach legen die Anwälte vorsorglich immer Widerspruch ein, bevor der betroffene das Schreiben überhaupt realisiert hat (war zumindest bei mir so).

Im Falle eines zurückgenommenen Widerspruchs, bekommt der Betroffene wie auch der Anwalt eine neue Frist zum Bezahlen bzw Abgabe des Führerscheins. Bei Erstvergehen kann man sich die Zeit in einem Gewissen Rahmen selbst aussuchen.

Wird der Widerspruch nicht zurück genommen, bekommt der Betroffene wie auch der Anwalt den Termin für die Gerichtsverhandlung.

Die Schreiben vom Anwalt an die Behörde, sollte jedoch vom Anwalt auch zum Betroffenen gesendet werden, und das wird so auch in der Regel gehandhabt. Die Forderung (das Schreiben) der Akteneinsicht jedoch nicht so in der Form soweit ich mich entsinne, hier habe ich jedoch Formular am ersten Tag ausgefüllt, was diese kteneinsicht beinhaltete, daher denke ich wird das auch dem Betroffenem ausgehändigt. Diverse Vollmachten hat man dem Anwalt gegeben, und werden auf verlangen definitiv vorgelegt, aber sind nicht wirklich für den Betroffenen wichtig, daher kann ich da auch was übersehen haben.

Grundsätzlich ist der Widerspruch eine generelle Empfehlung. Da geht es nicht darum, das man ohnehin die Konsequenzen umgehen möchte, sondern es kann vorkommen, das in dem ersten Schreiben nicht alle Vergehen aufgelistet sind.
So war es auch in meinem Fall. Nachdem die Frist zur Beantwortung des ersten Schreibens vergangen war, bekam ich ein zusätzliches Anschreiben, über ein weiteres Vergehen, was jedoch im Grunde im Zusammenhang stand. (Polizeiverfolgung)
Bei mir zumindest wäre es Fatal gewesen. Damals gab es noch 18 Punkte, und sollte man weniger als 8 haben, war bei 12 Punkten Schluss in einem zusammenhängenden Verfahren, egal wieviel Punkte man ansammelt ob 12 oder 22, mehr als 12 konnte man dann einfach nicht bekommen.
Wäre ich also nicht zum Anwalt gegangen, oder hätte einfach keinen Widerspruch eingelegt, hätte ich einmal 12 Punkte bekommen, und schließlich nochmal 3. So mussten aber die Vergehen dann zusammen genommen werden, und meine Geldstrafe wurde zwar klar erhöht, aber ich verblieb bei 12 Punkten, statt 15 zu bekommen.
Ein goldener Sattel macht einen Esel noch nicht zum Pferd

Gruß Ingo

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yy-zz
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Re: Wem schreibt das Landratsamt bei Führerscheinentzug

#4 Beitrag von yy-zz » 19. September 2017, 15:39

Hallo euch beiden,
vielen Dank für die INFO

Gruß

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