Bilder und Bericht unserer Reise (fast) rund um Afrika

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rainer.k
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Bilder und Bericht unserer Reise (fast) rund um Afrika

#1 Beitrag von rainer.k » 13. November 2016, 13:11

Hallo Leute, normalerweise bin ich eher im G650XC-Forum aktiv, deshalb hier eher ein Gast.

Wir waren ein Jahr in Afrika unterwegs, zeigen nun, wems gefällt, unsere Bilder und haben unsere Geschichte als Buch rausgebracht.
Wenn es hier erlaubt ist, möchte ich Euch auf unser website unter http://www.bembel-on-tour.de hinweisen, habe dort sind ein
kurzes Video und x-hundert Fotos hinterlegt. 


Viel Spass beim Anschauen,
Gruß Rainer


P.S: ... und noch ein kleiner Hinweis: Claudio hat uns seinerzeit für den PegasoPodcast interviewt, wir waren gerade
noch auf der Rückreise, gedanklich noch mitten in Afrika und haben den armen Claudio so richtig überschüttet mit unseren
Erzählungen, aber hört selbst: https://pegasoreise.wordpress.com/2014/ ... in-afrika/

P.P.S.: Ich weiß nicht, ob dieser post gegen die "Werbefreiheit des Forums" verstößt. Wenn ja, dann bitte ich dies zu entschuldigen.
Wäre aber halt schade, als nicht-professioneller Reisebericht-Schreiber hier nicht auf unseren Bericht hinzuweisen...


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... und hier noch ne kurze Leseprobe aus unserem Reisetagebuch Next Exit Afrika:

"... Aber nach drei kurzen Kilometern geht nichts mehr, Birgit´s Motorrad steht und spuckt nur noch heißes Kühlwasser. Ein paar berberische Landarbeiter nutzen die Gelegenheit und nehmen in ihren Kaftanen bequem auf der gegenüberliegenden Straßenseite Platz. Anscheinend bieten wir ein seltenes und interessantes Liveprogramm gegenüber der üblichen Feldarbeit.
Es wird bald dunkel, so fahre ich zurück in Richtung des nächsten Dorfes, um Wasser zu holen, Birgit entschließt sich, das Zelt am Wegesrand aufzubauen. Beide sind wir sehr besorgt, wissen nicht, wie wir aus der vertrackten Situation rauskommen sollen. Wir sind wirklich mitten im Nirgendwo, selten kommen hier Fahrzeuge vorbei, ein französisches Pärchen schenkt uns aber Wasser.
Kurz vor dem Dorf halte ich einen alten Mercedes-Bus an und frage, ob der Fahrer eine defekte Maschine zum nächsten Ort transportieren könne. Leider versteht der alte zahnlose Mann kein Französisch, ist halt ein echter Berber, wozu braucht der französisch? Hamdulillah kommen Mitarbeiter der Wasserbaugesellschaft vorbei und übersetzen unser Gespräch. Tja, was sollen wir sagen, der uns völlig unbekannte Typ will uns nach Tinghir bringen, 125 Kilometer quer durch die Pampa. Als Preis sind schnell 1.000 Dirham, also ca. 90 Euro ausgemacht und per Handschlag abgesprochen. Alle Männer helfen, die XC in den Laderaum zu verfrachten und da liegt sie nun, die Arme, zwischen Eierkartons, Bergen von Socken und irgendwelchen anderen Waren. „Die Zeit drängt, es ist dunkel und eine längere Fahrt liegt vor uns. Birgit steigt ins Fahrerhaus und ich bemühe mich, im Licht meines nicht-Marokko-tauglichen Scheinwerfers hinter unserem gelben Kaftan-Engel in seinem uralten Mercedesbus herzukommen. Die Tour war schon bei Tag schwierig, mit Schlaglöchern, Steinen und geschotterten Stellen. Nun aber schießen mir die Warnungen durch den Kopf, niemals, aber auch wirklich niemals bei Nacht diese Strecken mit dem Motorrad zu befahren. Tja, aber dafür ist es nun zu spät ... Nach gefühlt zwei Stunden durch die stockdunkle Nacht biegt unser Berber plötzlich (mit Frau und Motorrad!) von der Strecke auf einen buckeligen, finsteren Feldweg ab. Was zum Teufel hat der vor, wo will der Typ hin? Ich habe keine Alternative, biege ebenfalls ab, steige in die Rasten und rufe all meine Erinnerungen an vergangene Endurokurse ab. Mein Scheinwerfer funzelt ein vages Licht auf die buckelige Piste, vor mir nur die Schlussleuchten des schaukelnden Mercedes, kindskopfgroße Steine werfen lange Schatten, nur dran bleiben, nicht stürzen, nicht den Anschluss verlieren. Ich fluche und konzentriere mich gleichzeitig, halte die Luft an und schnaufe durch. Wo will der hin, das ist doch alles nicht echt, oder?
Irgendwann hält der alte Bus schließlich vor einem großen Blechtor, dahinter ein dunkles, halb verfallenes Gehöft, was zum Henker passiert hier gerade?
Der Fahrer steigt aus, verschwindet nebenan, öffnet das Tor und beginnt, den Wagen im Licht seiner Handylampe zu entladen. Berge von Socken und geschätzte 10.000 Eier verschwinden in der Garage, wir helfen tatkräftig mit. Offensichtlich geht es uns nicht an den Kragen, sondern das Lager muss für weitere Geschäfte gefüllt werden.
Der Bus wendet (wie sieht der eigentlich in völliger Dunkelheit ohne Rückfahrleuchten, wohin er rollt?), dann geht’s offensichtlich wieder Richtung Straße. Und hier erwischt es mich zum ersten Mal, ein Schlagloch lässt mich böse nach rechts umfallen, ein Schlag auf den Helm wie von Mohammed Ali persönlich, und ich liege wieder einmal unter der Maschine. Birgit hat das Ganze im Rückspiegel beobachtet, der alte Berber erkennt an ihrer Reaktion, dass er wohl besser anhält, beide helfen mir auf, ich schüttle mich kurz, steige wieder in den Sattel, bis ich erneut in dieser Finsternis ein Schlagloch auf der Piste übersehe und den zweiten Schlag auf den Helm bekomme (… schon mal in völliger Finsternis gestürzt? Man merkt es erst, wenn man aufschlägt ...). Irgendwie schaffe ich es noch auf eine Brücke, bemerke nur, dass meine Maschine erneut gestürzt ist, um mich herum einige junge Marokkaner, ich frage Birgit völlig irritiert, was wir hier machen, wo wir sind, warum so viele Leute um uns herum sind und ihre Maschine hinten im Bus liegt?
Sie reagiert recht schnell, holt ihren Helm und verfrachtet mich ins Fahrerhaus. Vorher teilt sie mir schonend mit, dass ich nach dem letzten Umfaller die Kiste auf der Brücke anscheinend erneut gelegt habe und nicht mehr weiterfahren soll. Kann mich an die Stürze überhaupt nicht erinnern, aber allmählich kommt die Ahnung, dass Mohammed Ali eventuell eine leichte Gehirnerschütterung mit blackout hinterlassen hat.
Jetzt muss Birgit meine hochbeinige XC über die dunklen Wege steuern. Unser Fahrer hat aber wohl ein recht schlechtes Gewissen, er schaut nur noch geradeaus und fährt nun überaus vorsichtig. So erreichen wir schließlich weit nach Mitternacht ein Hotel in Tinghir, beziehen ein Zimmer, die Mopeds werden sicher abgestellt, unser Berber-Engel entlohnt, wir können aber lange noch nicht einschlafen, zu viel ist heute passiert und geht im Kopfkino umher.
Am nächsten Tag sind wir von dieser nächtlichen Tortur noch so groggy, dass wir gar nichts unternehmen. Ich möchte dem Moped-Patienten zwar zu Leibe rücken, aber nach einem kurzen Gang zur Autowerkstatt fühle ich mich erneut schwindelig, vielleicht doch eine leichte Gehirnerschütterung? Während ich mich in der Waagerechten erhole, erkundet Birgit ein paar kleine Lädchen, die unser späteres Abendessen sichern sollen..."

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